Christian Mürner
Rezension: Scheibner, Ulrich F., Windmöller, Wilfried (Hrsg.) (2024): Von Behinderung befreit. Inklusive Alternativen zur Sonderwelt bei Bildung, Arbeit und Wohnen
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Der Buchtitel „Von Behinderung befreit“ irritiert. Im Buch findet sich keine weitere Bezugnahme, an einer Stelle aber eine Präzisierung: „‚Behinderung‘ vom Klischee befreien“ (S. 142, vgl. S. 150). Gemeint ist weniger die Kritik an stereotypen Vorstellungen von „Behinderung“ als die Diskriminierung gegenüber der Vielfältigkeit und den Fähigkeiten von „Menschen mit Beeinträchtigungen“. Behinderung sei eine Zuschreibung, um die soziale Ablehnung und die Segregation zu rechtfertigen (vgl. S. 31, S. 57, S. 179, S. 263). Die Kategorie „Behinderung“ individuell anzuwenden sei problematisch und auf benachteiligende soziale Vorgänge zu begrenzen. Im Sinn der Barrierefreiheit überzeugt der Buchtitel. Durch den konsequenten Austausch der Formulierung „Menschen mit Behinderungen“ zu „Menschen mit (erschwerenden) Beeinträchtigungen“ (vgl. S. 14) in den neun Buchbeiträgen werden jedoch mitunter kurz nacheinander Leseweisen erforderlich (z.B. S. 137), die in Zitaten weiterhin die im Sprachgebrauch, in Gesetzestexten und im UN-Übereinkommen von 2006 vorherrschende Formulierung „Menschen mit Behinderungen“ nicht außer Acht lassen können. Zur verkürzten Form „Behinderte“ hat der Duden (29. Auflage, 2024) neuerdings einen „Warnhinweis“ eingefügt: „zu unpersönlich und sogar diskriminierend“. Einer der Herausgeber des vorliegenden Sammelbandes, Ulrich F. Scheibner, notiert: „Der Mensch verschwand […] hinter dem ‚Behinderten‘“ (S. 112, vgl. S. 178f.).
| Bibliographie | Christian Mürner Rezension: Scheibner, Ulrich F., Windmöller, Wilfried (Hrsg.) (2024): Von Behinderung befreit. Inklusive Alternativen zur Sonderwelt bei Bildung, Arbeit und Wohnen 2025. 2 Seiten. () |
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| Seiten | 2 |
| Artikelnummer | VHN20250207 |
| Autor:in | Christian Mürner |
| Erscheinungsdatum | 01.04.2025 |