Lisa Dummer-Smoch

Mit Phantasie und Fehlerpflaster (PDF-E-Book)

Hilfen für Eltern und Lehrer legasthenischer Kinder


4., überarb. Auflage 2002. 144 Seiten. 5 Abb. 8 Tab.

(978-3-497-60300-8) E-Book
Preis E-Book: € [D] 15.99
(alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt.)

Kurztext

Schüler mit Lese-Rechtschreib-Schwäche plagen sich oft mit Lernproblemen, ihre Schullaufbahn ist gefährdet. In der pädagogisch-psychologischen Forschung und auch an den Schulen wir das Phänomen meist wenig beachtet.

In diesem verständlich geschriebenen Buch finden Eltern, Lehrerinnen und Lehrer zahlreiche Informationen zur Legasthenie und praktische Tipps zur Selbsthilfe. Die Autorin bietet vielfältige Anregungen für spielorientiertes, entspanntes und dadurch erfolgreiches Üben.

Inhalt

Was bedeutet Legasthenie?
Legasthenie - wie Eltern, Lehrer und Kinder sie erfahren
Wie Mütter die Legasthenie erleben: Drei Beispiele in Briefen
Legasthenie aus der Sicht von Lehrern
Die Not der Kinder
Teilleistungsschwächen als Ursachen von Legasthenien
Hilfe zur Selbsthilfe
Früherfassung in der Schule
Die Bedeutung einer frühen, vollständigen Diagnose
Unser wichtigster Helfer: Das Kind!
Selbsthilfe durch Eltern: Lesenlernen oder die kleinen grünen Marsmännchen. Abschreiben - anders als sonst. Richtig lesen üben. Nicht Diktate üben, Wörter aufbauen. Eselsbrücken und Spiel. Fehlersalbe und Fehlerpflaster. Hausaufgaben
Der Rollenkonflikt der Eltern
Mit der Schule reden
Legasthenie in der Bildungspolitik
Anhang
Merkblatt des Bundesverbandes Legasthenie
Wissenschaftlicher Beirat des BVL: Legastheniedefinition mit Erläuterungen
Wortlaut der KMK-Empfehlungen
Beschreibung der Lautgebärden.

Das vollständige und ausführliche Inhaltsverzeichnis können Sie sich als PDF-Datei herunterladen (mit Adobe Acrobat Reader, neueste Version, zu öffnen).

Autoreninformation

Dr. Lisa Dummer-Smoch, nach 15 Jahren Schuldienst Studium der Psychologie, Studiendirektorin im psychogischen Seminar der Pädagogischen Hochschule Kiel. Praktische Erfahrungen in Legasthenie-Diagnostik und -Förderung seit 1973. Vorsitzende des Bundesverbandes Legasthenie e.V. 1983-1989.

Leseprobe

Der Bericht der Mutter kann heute ergänzt werden, durch die Fakten aus der weiteren Schullaufbahn: Mit einer Vier in Deutsch, einer Drei in Mathematik und einer Eins in Heimat- und Sachkunde, konnte Tim nicht in ein Gymnasium eintreten, obwohl der Sachkunde-Lehrer ihn naturwissenschaftlich für hoch begabt hielt. Die Statistik stand im Wege: aus den Hauptfachnoten Deutsch/Mathematik/Heimat- und Sachkunde ergibt sich ein Durchschnitt von 8 : 3 = 2,7 statt des erforderlichen Grenzwerts von maximal 2,5. Tim blieb in der Hauptschule bis zum Ende der 6. Klasse. In den Zeugnissen dieser Zeit wurde positiv „sein enormes Wissen in den Sachfächern“ hervorgehoben, negativ jedoch eine „extrem langsame und umständliche Arbeitsweise“. In der 6. Klasse erreichte er in Mathematik eine Zwei und in den Fächern Biologie und Physik/Chemie jeweils eine Eins, dazu eine Zwei in Erdkunde. Dennoch konnte er nach der 6. Klasse wieder nicht in ein Gymnasium eintreten. Die Hauptfachnoten waren nun eine Vier in Deutsch, eine Vier in Englisch und eine Eins in Mathematik, im Durchschnitt eine glatte Drei.

Nach der 6. Klasse wurde Tim in eine private Realschule aufgenommen. Typisch für seine Schullaufbahn ist das Zwischenzeugnis in Klasse 7: Im Kopf des Zeugnisses wird hervorgehoben: „Tims Stärken liegen im naturwissenschaftlichen Bereich. Dort bringt er oft ganz erstaunliche Lösungsvorschläge. Im Schriftlichen muss er noch sorgfältiger arbeiten“ und „Das Erreichen des Klassenziels ist gefährdet“. Zu diesem Zeitpunkt erreichte er in Kunsterziehung und Hauswirtschaft jeweils eine Eins, eine Zwei in Mathematik (Physik wurde nicht erteilt) und Erdkunde, eine Drei in Englisch, Biologie und Geschichte, nur in Deutsch und Maschineschreiben wurde er mit jeweils einer Fünf beurteilt.

Nach der Realschule lernte er einen technischen Beruf und kam anschließend in die Firma eines Verwandten. Dort gilt er als „Erfinder“ und wird zu Auslandskontakten der Firma bis nach China mitgenommen, als unverzichtbarer, technischer Berater. Vormals „Schulversager“, heute Spitzenkraft im Beruf!