Margrit Brückner

Care - Sorgen als sozialpolitische Aufgabe und als soziale Praxis (PDF-E-Book)

Ein Artikel aus dem Handbuch Soziale Arbeit, 4./5. Aufl.

(Ein Artikel aus dem Handbuch Soziale Arbeit, 4./5. Aufl.)

1. Auflage 2011. 7 Seiten.

(978-3-497-60805-8) E-Book
Preis E-Book: € [D] 7
(alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt.)

Kurztext

Summary „Care – Sorgen als sozialpolitische Aufgabe und als soziale Praxis“

Angesichts des Umbaus der Wohlfahrtsstaaten und des Wandels der Geschlechter- und Generationenverhältnisse steht zu Beginn ein Problemaufriss über die aktuelle Debatte zum Thema gesellschaftlich notwendiger Sorgetätigkeit. Es wird auf zwei Fragen verwiesen: eine gerechtere Arbeitsverteilung und die Einbeziehung von Sorgeleistenden und Sorgeempfangenden in soziale Staatsbürgerschaft, da Care als traditionell weibliche Tätigkeit weiterhin primär der nachrangigen privaten Sphäre zugeordnet respektive als Beruf abgewertet wird. Dazu ist es erforderlich, die Entwicklungsstränge der seit etwa drei Jahrzehnten stattfindenden internationalen Care Debatte nachzuzeichnen, für die folgende Wissenschaftsbereiche relevant sind: Demokratietheorie/ Ethik, Sozialpolitik/ Arbeitswissenschaften und Handlungstheorien.

Charakteristisch für Care ist die Auseinandersetzung mit den Spannungsverhältnissen zwischen dem privaten und dem öffentlichen Bereich, bezahlten und unbezahlten Tätigkeiten sowie der politischen und der sozialen Sphäre. Wobei insbesondere die Zunahme häufig illegalisierter Sorgearbeit von Migrantinnen in Privathaushalten der Wohlfahrtsstaaten ein zu berücksichtigendes Phänomen neuer Ungerechtigkeit darstellt. Insbesondere für Care als berufliche Tätigkeit ist der Ansatz einer bewussten „Fürsorgerationalität“ von besonderer Bedeutung, der auf Grenzen der Normierungen und Standardisierungen von Sorgetätigkeiten und auf notwendige Gestaltungsspielräume verweist. Angesichts der wachsenden Lücke im gesellschaftlichen Sorgenetzwerk - bei ansteigenden Sorgeaufgaben - ist es an der Zeit, neue Modelle des Sorgens als gesellschaftliche Aufgabe zu entwickeln, die den Bedürfnissen der zu Versorgenden gerecht werden und die Sorgenden nicht ausbeuten. Dafür bedarf Care eines sozialstaatlich gesicherten, institutionalisierten Überbaus und der Anerkennung von Sozial- und Pflegeberufen als Teil einer gerechten, öffentlichen Kultur des Sorgens.

Autoreninformation

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