Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 2, 2008.

€ [D] 58,00 / € [A] 59,70

Liliane Schulthess-Singeisen, Markus P. Neuenschwander, Walter Herzog:
Die Entwicklung des schulischen Fähigkeitsselbstkonzepts bei Primarschulkindern mit einer Lehrernomination als hochbegabt
Development of Academic Self-Concept of Primary School Children Nominated as Gifted by their Teachers

2008, 143-151

Hochbegabte Kinder weisen im Vergleich zu durchschnittlich begabten Kindern ein höheres schulisches Fähigkeitsselbstkonzept auf. Zur Prüfung dieser These wurde anhand einer quasi-experimentellen Längsschnittuntersuchung bei Primarschulkindern mit und ohne Lehrernomination „hochbegabt“ die Entwicklung des schulischen Fähigkeitsselbstkonzepts und des globalen Selbstwerts in Abhängigkeit ihrer Intelligenz analysiert. Auf dem Hintergrund des Eccles-Modells zum schulischen Leistungshandeln (Wigfield & Eccles, 2000) wurden spezifische Entwicklungsmuster des Selbstkonzepts in Abhängigkeit einer Lehrernomination als hochbegabt und der Intelligenz vermutet. Unabhängig vom Intelligenztestergebnis wiesen alle nominierten Kinder ein höheres schulisches Fähigkeitsselbstkonzept auf und erhielten positivere Einschätzungen ihrer Fähigkeiten. Das Wissen um die Intelligenzidentifikation hatte weder bei den Eltern noch bei den Lehrern einen Einfluss auf die Entwicklung der Einschätzung der Kinder mit hochbegabtenspezifischen Verhaltensmerkmalen. Die Ergebnisse belegen die hohe Bedeutung, die die Beurteilungen signifikanter Bezugspersonen sowohl für die Selbstkonzeptentwicklung als auch bei der Hochbegabungsnomination haben.

Summary: Gifted children report a higher academic self-concept compared with children of average talents. To test this hypothesis we examined by a quasi-experimental design the academic self-concept and global self-esteem of primary school children with different intelligence scores but all nominated by teachers as gifted. Wigfield & Eccles (2000) emphasized the evaluations of others as a mediatonale variable on students self-concept as on their achievement. So parents and teachers also rated their children’s abilities and self-esteem. Independent of students’ intelligence scores, children with teacher nominations as gifted expressed a higher academic self-concept and received better evaluations than the control students. The identification of giftedness by psychometric testing did not influence parents’ nor teachers’ descriptions of gifted behaviour characteristics of the children. The results illustrate the significance of evaluative labeling by significant others to the development of self-concept and also to the nomination of giftedness.

Keywords: Academic self-concept, giftedness, teacher nomination, parent evaluations, primary school children

Deutsch Abstract (dt.) | PDF Volltext



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