Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 4, 2005.

€ [D] 58,00 / € [A] 59,70

Christof C. Krischer, Wolfgang H. Zangemeister, Ralf Meißen:
Lesenlernen leicht gemacht
Easy Learning to Read

2005, 293-300

Anhand amerikanischer und deutscher Veröffentlichungen erläutern wir, dass beim Lesen neben der visuellen Erkennung der Buchstaben die Bildung der zugehörigen Sprache besonders schwierig ist. Beim Lesenlernen stellt sich ein automatisierter, gleichmäßiger Lesefluss nur mit lesefertigkeitsgerechten Übungstexten ein. Anfänger benötigen vergrößerte Schrift, damit sie ihr zentrales Sehvermögen gleich gut nutzen können wie Fortgeschrittene. Dann bewegen beide ihre Blickrichtung mit der optimalen Geschwindigkeit des Sehsystems über den Text, obgleich Anfänger mit großen Buchstaben langsamer lesen als Fortgeschrittene mit normaler Schrift. Zu kleine, schwer erkennbare Schrift ergibt eine langsame und mühsame Lese-Blickbewegung, während mit übergroßer bzw. zu leichter Schrift die Blickbewegung ungünstig rasch wird. Computerunterstützung empfiehlt sich insbesondere bei gravierenden Leseschwächen oder Legasthenikern. Mit gleitender Textdarbietung lässt sich zudem bei laufendem Text die optimale Gleit- und damit Blickbewegungsgeschwindigkeit einstellen und eine Buchstabengröße auswählen, die zu einem angenehmen, gleichmäßigen und daher motivierenden Lesen führt.

Summary: Based on American and German publications we explain why in reading the transformation of letters into the corresponding sounds of language is much more difficult than visual recognition. Beginners will read smoothly and automated only with texts matching in difficulty the given reading skill. Also, letters have to be magnified in inverse proportion to reading skill in order to make optimal use of the high resolution in the retinal center and reach the same optimal gaze movement as proficient readers, even though with smaller reading speeds. Too small letters are difficult to recognize and reduce reading speed together with gaze movement, while too large letters result in an unfavorably fast gaze movement. The use of computers is recommended for the remediation of severe reading deficits, i. e. with dyslexics. By using the gliding text display one can select the optimal gliding speed and change the letter size until reading becomes comfortable. This motivates children to pursue the reading exercises.

Keywords: Learning to read, automation, difficulty of text, print size, reading skill

Deutsch Abstract (dt.) | PDF Volltext



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