Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete (VHN)

Herausgeber: Hartmann, Erich / Herz, Birgit / Kuhl, Jan

1. Auflage Heft 2, 2018.

€ [D] 28,00 / € [A] 28,00

DOI: 10.2378/vhn2018.art12d
Ralph Müller:
Fachbeitrag: Fiktive Klassenkameraden
Fictional Classmates

2018, 99-111

Viele Figurenbeziehungen der fiktionalen Kinder- und Jugendliteratur (KJL) ergeben sich aus Klassenkameradschaft. Der vorliegende Beitrag untersucht diese Beziehungen mithilfe eines ‚close reading‘-Verfahrens in einem Korpus von 18 stilrealistischen KJL-Erzählungen, in denen Klassenkameraden eine tragende Rolle spielen, wobei die Textauswahl unterschiedliche Genres im Hinblick auf Lesealter, Erzählformen und literarischen Anspruch umfasst. Im Zentrum des Interesses stehen Gestaltung und Funktion von fiktiven Klassenkameradschaften. In dieser Hinsicht können unterschiedliche Typen von Figurenbeziehungen anhand der Funktionen von Klassenkameraden unterschieden werden. Es wird gezeigt, dass Klassenkameraden in fiktionaler KJL nicht nur Ausgangspunkt von Mobbing oder Gewalt sind. In erstaunlich vielen Fällen sorgen neue Klassenkameraden als Helferfiguren dafür, dass bei Hauptfiguren Erfahrungs- oder Erkenntnisprozesse ausgelöst werden, die ambivalent erlebt werden können. Erzählungen, die einen weiteren Kreis von Klassenkameraden einbeziehen, sind weniger stark im Korpus vertreten, es zeigt sich aber, dass sich in diesen Erzählungen ein starkes Gruppengefühl als problematisch erweisen kann.

Keywords: Kinder- und Jugendliteratur, fiktive Klassenkameraden, Schule in der Literatur, Peereinfluss

Viele Figurenbeziehungen der fiktionalen Kinder- und Jugendliteratur (KJL) ergeben sich aus Klassenkameradschaft. Der vorliegende Beitrag untersucht diese Beziehungen mithilfe eines ‚close reading‘-Verfahrens in einem Korpus von 18 stilrealistischen KJL-Erzählungen, in denen Klassenkameraden eine tragende Rolle spielen, wobei die Textauswahl unterschiedliche Genres im Hinblick auf Lesealter, Erzählformen und literarischen Anspruch umfasst. Im Zentrum des Interesses stehen Gestaltung und Funktion von fiktiven Klassenkameradschaften. In dieser Hinsicht können unterschiedliche Typen von Figurenbeziehungen anhand der Funktionen von Klassenkameraden unterschieden werden. Es wird gezeigt, dass Klassenkameraden in fiktionaler KJL nicht nur Ausgangspunkt von Mobbing oder Gewalt sind. In erstaunlich vielen Fällen sorgen neue Klassenkameraden als Helferfiguren dafür, dass bei Hauptfiguren Erfahrungs- oder Erkenntnisprozesse ausgelöst werden, die ambivalent erlebt werden können. Erzählungen, die einen weiteren Kreis von Klassenkameraden einbeziehen, sind weniger stark im Korpus vertreten, es zeigt sich aber, dass sich in diesen Erzählungen ein starkes Gruppengefühl als problematisch erweisen kann.

English Abstract (engl.) | PDF Volltext



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