Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete (VHN)

Herausgeber: Hartmann, Erich / Herz, Birgit / Kuhl, Jan

1. Auflage Heft 2, 2018.

€ [D] 28,00 / € [A] 28,00

DOI: 10.2378/vhn2018.art14d
Anja K. Theisel, Christian W. Glück, Markus Spreer:
Fachbeitrag: Bildungswege und Schulleistungen sprachbeeinträchtigter Kinder im Verlaufe der Grundschulzeit
Educational Path and Academic Performance of Children with Speech and Language Disorders During Primary School

2018, 126-138

Fast 40 % der Kinder mit sprachlichem Förderbedarf, die zu Beginn ihrer Schulzeit an der Förderschule (FöS) Sprache beschult werden, wechseln im Laufe der Grundschulzeit an die Regelgrundschule (GS), was der Anlage der FöS Sprache als „Durchgangsschule“ (KMK 1998, 16) entspricht. Durch diese Wechselbewegungen ändert sich die Zusammensetzung der Schülerschaft zu unterschiedlichen Erhebungszeitpunkten. Die vorliegende Studie zeigt, dass Kinder, die ihren Bildungsweg an der FöS mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf Sprache begonnen haben und Ende der 2. Klasse in die GS wechseln, zu diesem Zeitpunkt durchschnittliche Schulleistungen in den Bereichen Lesen, Schreiben und Rechnen zeigen. Die Wechsler an die GS verfügen gegenüber der Gruppe von Schülerinnen und Schülern, die an der FöS Sprache verbleiben, über signifikant bessere Schulleistungen und ebenfalls signifikant bessere rezeptive Sprachleistungen (Grammatikverständnis). Die Schulleistungen korrelieren signifikant mit der Lernausgangslage und der nonverbalen Intelligenz und beeinflussen vermutlich die Wahl des Lernorts. Didaktische und forschungsmethodische Konsequenzen werden diskutiert. Aufgrund der hohen Integrationsleistung der FöS Sprache ist ein flexibles System separativer und inklusiver Bildungsangebote empfehlenswert.

Keywords: Bildungswege, Schulleistung, Förderbedarf Sprache, Systemvergleich, rezeptive Sprachfähigkeiten

Fast 40 % der Kinder mit sprachlichem Förderbedarf, die zu Beginn ihrer Schulzeit an der Förderschule (FöS) Sprache beschult werden, wechseln im Laufe der Grundschulzeit an die Regelgrundschule (GS), was der Anlage der FöS Sprache als „Durchgangsschule“ (KMK 1998, 16) entspricht. Durch diese Wechselbewegungen ändert sich die Zusammensetzung der Schülerschaft zu unterschiedlichen Erhebungszeitpunkten. Die vorliegende Studie zeigt, dass Kinder, die ihren Bildungsweg an der FöS mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf Sprache begonnen haben und Ende der 2. Klasse in die GS wechseln, zu diesem Zeitpunkt durchschnittliche Schulleistungen in den Bereichen Lesen, Schreiben und Rechnen zeigen. Die Wechsler an die GS verfügen gegenüber der Gruppe von Schülerinnen und Schülern, die an der FöS Sprache verbleiben, über signifikant bessere Schulleistungen und ebenfalls signifikant bessere rezeptive Sprachleistungen (Grammatikverständnis). Die Schulleistungen korrelieren signifikant mit der Lernausgangslage und der nonverbalen Intelligenz und beeinflussen vermutlich die Wahl des Lernorts. Didaktische und forschungsmethodische Konsequenzen werden diskutiert. Aufgrund der hohen Integrationsleistung der FöS Sprache ist ein flexibles System separativer und inklusiver Bildungsangebote empfehlenswert.

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