Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete (VHN)

Herausgeber: Hartmann, Erich / Herz, Birgit / Kuhl, Jan

1. Auflage Heft 1, 2018.

€ [D] 28,00 / € [A] 28,00

DOI: 10.2378/vhn2018.art02d
Julia Zinsmeister, Anna-Katharina Vogel:
Fachbeitrag: Mehrdimensionale Diskriminierungen. Intersektionale Perspektiven auf Behinderung, Geschlecht und Sexualität
Multi-dimensional Discrimination. Intersectional Perspectives on Disability, Gender, and Sexuality

2018, 10-26

Im vorliegenden Beitrag werden aus rechtswissenschaftlicher und sozialwissenschaftlicher Perspektive die Mechanismen mehrdimensionaler Diskriminierung anhand der Intersektionen von Geschlecht, Behinderung und Sexualität erläutert und mögliche politische, rechtliche und fachliche Konsequenzen diskutiert. Anschließend an Kritikpunkte des UN-Fachausschusses wird beispielhaft anhand der Themen der reproduktiven Rechte und des Strafrechtsschutzes behinderter Menschen bei sexualisierter Gewalt veranschaulicht, wie die drei genannten Kategorien zusammenwirken und wie durch bestimmte Normalitätsvorstellungen auch vermeintlich neutrales Recht diskriminierende Effekte entfalten kann. Die Ergebnisse einer wissenssoziologischen Diskursanalyse zum Thema der sexuellen Selbstbestimmung von Menschen mit Lernschwierigkeiten geben Aufschluss darüber, dass diese Zuschreibungsprozesse und Normalitätskonstruktionen auch im fachlichen Diskurs der Pädagogik und Sozialen Arbeit vorherrschen.

Keywords: Mehrdimensionale Diskriminierung, Intersektionalität, Rechtswissenschaften, Sozialwissenschaften, wissenssoziologische Diskursanalyse

Im vorliegenden Beitrag werden aus rechtswissenschaftlicher und sozialwissenschaftlicher Perspektive die Mechanismen mehrdimensionaler Diskriminierung anhand der Intersektionen von Geschlecht, Behinderung und Sexualität erläutert und mögliche politische, rechtliche und fachliche Konsequenzen diskutiert. Anschließend an Kritikpunkte des UN-Fachausschusses wird beispielhaft anhand der Themen der reproduktiven Rechte und des Strafrechtsschutzes behinderter Menschen bei sexualisierter Gewalt veranschaulicht, wie die drei genannten Kategorien zusammenwirken und wie durch bestimmte Normalitätsvorstellungen auch vermeintlich neutrales Recht diskriminierende Effekte entfalten kann. Die Ergebnisse einer wissenssoziologischen Diskursanalyse zum Thema der sexuellen Selbstbestimmung von Menschen mit Lernschwierigkeiten geben Aufschluss darüber, dass diese Zuschreibungsprozesse und Normalitätskonstruktionen auch im fachlichen Diskurs der Pädagogik und Sozialen Arbeit vorherrschen.

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