Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete (VHN)

Herausgeber: Hartmann, Erich / Herz, Birgit / Kuhl, Jan

1. Auflage Heft 1, 2016.

€ [D] 28,00 / € [A] 28,00

DOI: 10.2378/vhn2016.art09d
Christian Mürner:
Rezension: Jäger, Lorenz (2014): Beschädigte Schönheit. Eine Ästhetik des Handicaps

2016, 88

Anders als in der Antike wurden im Barock die Gegensätze zwischen dem geraden Gehen und dem Hinken, dem schönen Aussehen und der Hässlichkeit nicht mehr moralisch diskreditiert, sondern literarisch ausgestaltet. Vor allem kunstvolle Gedichte widmeten sich der „schönen Hinkenden“ („belle boiteuse“, „bella zoppa“). Giovanni Leone Sempronio (1603¿–1646) gab das Leitbild vor: „Bewege, hübsche Hinkende, deine Füße, sie sind nicht gleich, und an Schönheit ist ihnen kein anderer Fuß gleich¿…“. In dieser marinistischen und frühbarocken Lyrik war, schreibt Lorenz -Jäger, Germanist und Redakteur im Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, die „erste Anerkennung der Behinderung entstanden“.

Anders als in der Antike wurden im Barock die Gegensätze zwischen dem geraden Gehen und dem Hinken, dem schönen Aussehen und der Hässlichkeit nicht mehr moralisch diskreditiert, sondern literarisch ausgestaltet. Vor allem kunstvolle Gedichte widmeten sich der „schönen Hinkenden“ („belle boiteuse“, „bella zoppa“). Giovanni Leone Sempronio (1603¿–1646) gab das Leitbild vor: „Bewege, hübsche Hinkende, deine Füße, sie sind nicht gleich, und an Schönheit ist ihnen kein anderer Fuß gleich¿…“. In dieser marinistischen und frühbarocken Lyrik war, schreibt Lorenz -Jäger, Germanist und Redakteur im Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, die „erste Anerkennung der Behinderung entstanden“.

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