Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 4, 2015.

€ [D] 58,00 / € [A] 59,70

DOI: 10.2378/peu2015.art19d
Xiaoli Feng, Detlef Rost:
Selbstberichtete Zeugnisdaten: Weitere Evidenz für ihre (partielle) Brauchbarkeit
Self Reported Academic Records: Further Evidence for Their (Partial) Usability

2015, 253-264

Selbstberichtete Schulnoten werden häufig als Maß für die im Zeugnis erhalte-nen Leistungsbewertungen verwendet. Ziel dieser Studie ist die (erneute) Klärung und Replikation der Akkuratesse selbstberichteter Zeugnis-Leistungspunkte in sechs Schulfächern (Chinesisch [Mut-tersprache], Englisch, Mathematik, Physik, Geschichte, Politik). Die Stichprobe umfasst N = 1014 Schülerinnen und Schüler im Alter von M = 14.31 Jahren (SD = 0.82). Die Ergebnisse belegen eine hohe Validität der Selbstangaben. Die über alle sechs Fächer gemittelten Korrelationen von selbstberichteten Leistungspunkten mit Zeugnispunkten sind extrem hoch (r = .87). Überschätzungen kommen nicht oft vor (16,0 % aller auf den selbstberichteten Leistungspunkten basierenden Zensuren), Unterschätzungen belaufen sich auf nur 4,7 %. Unterdurchschnittlich Leistende sind weniger akkurat als Leistungsstärkere und beschönigen häufiger als diese ihre Leistungen. Für korrelationsbasierte Forschungszwecke können selbstberichtete Schulleistungsdaten benutzt werden. Die Ergebnisse replizieren im Großen und Ganzen die korrelativen Befunde früherer Studien. Auf die große wissenschaftliche Relevanz von Replikationsstudien wird hingewiesen.

Keywords: Selbstbericht, Schulleistung, Zensuren, Genauigkeit, Jugendliche

Selbstberichtete Schulnoten werden häufig als Maß für die im Zeugnis erhalte-nen Leistungsbewertungen verwendet. Ziel dieser Studie ist die (erneute) Klärung und Replikation der Akkuratesse selbstberichteter Zeugnis-Leistungspunkte in sechs Schulfächern (Chinesisch [Mut-tersprache], Englisch, Mathematik, Physik, Geschichte, Politik). Die Stichprobe umfasst N = 1014 Schülerinnen und Schüler im Alter von M = 14.31 Jahren (SD = 0.82). Die Ergebnisse belegen eine hohe Validität der Selbstangaben. Die über alle sechs Fächer gemittelten Korrelationen von selbstberichteten Leistungspunkten mit Zeugnispunkten sind extrem hoch (r = .87). Überschätzungen kommen nicht oft vor (16,0 % aller auf den selbstberichteten Leistungspunkten basierenden Zensuren), Unterschätzungen belaufen sich auf nur 4,7 %. Unterdurchschnittlich Leistende sind weniger akkurat als Leistungsstärkere und beschönigen häufiger als diese ihre Leistungen. Für korrelationsbasierte Forschungszwecke können selbstberichtete Schulleistungsdaten benutzt werden. Die Ergebnisse replizieren im Großen und Ganzen die korrelativen Befunde früherer Studien. Auf die große wissenschaftliche Relevanz von Replikationsstudien wird hingewiesen.

English Abstract (engl.) | PDF Volltext



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