Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 3, 2012.

€ [D] 58,00 / € [A] 59,70

DOI: 10.2378/peu2012.art16d
Elisabeth Sander, Andrea Heiß:
Kognitiver Konflikt und Lernleistung. Untersuchungen zur Effektivität einer konfliktinduzierenden Lernsoftware
Cognitive Conflict and Learning Efficiency - Effects of a Conflict Inducing Learning Software

2012, 203-216

In der vorliegenden Studie sollte geprüft werden, ob die Induzierung kognitiver Konflikte durch ein entsprechend gestaltetes Lernprogramm zu einer Verbesserung der Lern- und Behaltensleistung führt. In einer Vorstudie lernten 26 Realschüler und -schülerinnen einer 10. Klasse mit einem Lernprogramm zur Trigonometrie: 13 erhielten eine sog. konfliktinduzierende Variante (Experimentalgruppe), 13 arbeiteten mit einem konventionellen Programm (Kontrollgruppe). Die Schüler und Schülerinnen wurden angewiesen, laut zu denken, wobei sie auf Video aufgezeichnet wurden. Wie die Protokolle Lauten Denkens zeigen, erlebten die Schüler/innen der Experimentalgruppe signifikant mehr kognitive Konflikte als die Schüler/innen der -Kontrollgruppe. In der folgenden Hauptstudie arbeiteten 36 Realschüler und -schülerinnen mit dem konfliktinduzierenden Lernprogramm (Experimentalgruppe), 32 mit dem konventionellen (Kontrollgruppe). Unmittelbar nach der Lernphase erfolgte ein Posttest, sechs Wochen später ein Follow-up. Sowohl im Posttest als auch im Follow-up waren die Leistungen der Schüler/innen der Experimentalgruppe signifikant besser als die der Schüler/innen der Kontrollgruppe. Unmittelbar nach der Trainingsphase profitierten die Schüler/innen mit höherem Vorwissen stärker von dem konfliktinduzierenden Lernprogramm. Im Follow-up war dies nicht der Fall. Die Ergebnisse werden im Rahmen der Theorien zu kognitiven Konflikten und schülerzentrierten Lernprogrammen diskutiert.

Summary: In this study we tested whether the induction of a cognitive conflict by an adequate learning programme would improve learning and memory achievement. In a pre-study 26 10th graders of a German Realschule (a medium-level secondary school) studied with the help of a trigonometry learning programme. During a pilot study 13 pupils learned with a conflict-inducing programme (experimental group) and 13 with a conventional programme (control group). The pupils had to “think aloud” and video tapes were made. As the protocols of thinking aloud demonstrate pupils of the experimental group showed significant more cognitive conflicts than the control group. During the following main study 36 pupils of a Realschule learned with the conflict-inducing learning programme and 32 with the conventional programme. Immediately after the learning period (posttest) and 6 weeks later (follow-up) an achievement test was done. The experimental group showed a significantly better performance than the control group as well as in the posttest as in the follow up. Immediately after the learning session pupils with a higher prior knowledge profited more from the conflict-inducing programme. This was not the case in the follow-up. The results of the study are discussed in the framework of cognitive conflict theories and theories of learner controlled programmes.

Keywords: Cognitive conflict, interactive learning programme, self-regulated learning

Deutsch Abstract (dt.) | PDF Volltext



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