Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 2, 2011.

€ [D] 58,00 / € [A] 59,70

DOI: 10.2378/peu2011.art06d
Detlef Urhahne, Sabine Marsch, Matthias Wilde, Dirk Krüger:
Die Messung konstruktivistischer Unterrichtsmerkmale auf der Grundlage von Schülerurteilen
Measuring Features of Constructivist Instruction on the Basis of Student Judgments

2011, 116-127

Lernen wird in der Theorie des gemäßigten Konstruktivismus von Reinmann und Mandl (2006) als ein aktiver, selbstgesteuerter, konstruktiver, emotionaler, situativer und sozialer Prozess beschrieben. In diesem Beitrag wird ein Fragebogen vorgestellt, der die sechs grundlegenden Prinzipien des gemäßigten Konstruktivismus auf der Grundlage von Schülerurteilen messbar macht. Durch eine hypothetisch-deduktive Vorgehensweise wurde ein Fragebogen entwickelt und in 13 Klassen mit 288 Schülern der Sekundarstufe I empirisch getestet. Sechs Klassen nahmen an einem offenen, stärker konstruktivistischen und sieben Klassen an einem geschlossenen, stärker instruktionalen Biologieunterricht teil. Die 28 Items des Fragebogens zeigen die angenommene Sechs-Faktoren-Struktur. Theoretisch zusammengehörige Items laden auf einem gemeinsamen Faktor. Die sechs Konstruktivismusskalen verfügen über zufriedenstellende bis gute Reliabilitäten und weisen eine mittlere Schwierigkeit auf. Offener Unterricht wird im Vergleich zu geschlossenem Unterricht als stärker emotional, selbstgesteuert und sozial erlebt. Mädchen unterscheiden sich von Jungen unabhängig von der Unterrichtsform durch höhere Messwerte auf den Dimensionen situativ, aktiv und sozial.

Summary: According to the theory of moderate constructivism by Reinmann and Mandl (2006), learning is regarded as an active, self-regulated, constructive, emotional, situated and social process. In this contribution, a questionnaire is presented that measures the six fundamental principles of moderate constructivism on the basis of student judgments. The questionnaire was developed through a hypothetical-deductive approach and empirically tested in 13 classes with 288 secondary school students. Six classes took part in an open, more constructivist biology lesson and seven classes in a closed, more instructional biology lesson. The 28-item questionnaire shows the presumed sixfactor structure. Theoretically related items load on a common factor. The six scales of constructivism show satisfying to good reliabilities and are of moderate difficulty. Open instruction compared to closed instruction is perceived as more emotional, self-regulated and social. Girls differ from boys, regardless of the form of instruction, by higher scores on the dimensions situated, active and social.

Keywords: Constructivism, instruction, evaluation, questionnaire

Deutsch Abstract (dt.) | PDF Volltext



nach obennach oben | zurückzurück zur Übersicht