Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 1, 2011.

€ [D] 58,00 / € [A] 59,70

DOI: 10.2378/peu2011.art02d
Regula Neuenschwander, Marianne Röthlisberger, Eva Michel, Claudia M. Roebers:
Unterschiede in ausgewählten Bereichen der Schulfähigkeit: ein Vergleich von Kindergarten und einem neuen Schuleingangsmodell in der Schweiz*
Differences in Various Domains of School Readiness as a Function of Preschool Context: A Comparison of Kindergarten and a New Frame of Flexible School Enrolment in Switzerland

2011, 30-40

Im Rahmen der breit diskutierten Flexibilisierung des Schuleintritts wurde in der Schweiz ein Schulversuch zur sog. "Basisstufe" gestartet. Die vorliegende Studie trägt zum Vergleich von 5- und 6-jährigen Kindergarten- und Basisstufenkindern (N = 282) in Bezug auf schulfähigkeitsrelevante Fertigkeiten bei. Der Lernkontext der Basisstufe zeichnet sich durch eine individualisierte formale Instruktion, einen fähigkeitsorientierten Erwerb der Kulturtechniken sowie ein auf Selbstregulation ausgerichtetes Lernen aus und grenzt sich somit vom traditionellen Kindergarten ab, der sich in sozialpädagogischer Tradition dem freien Spiel und der ganzheitlichen Förderung verpflichtet. Es wurde erwartet, dass Basisstufenkinder den Kindergartenkindern in verschiedenen Bereichen der Schulfähigkeit voraus sind. Nach statistischer Kontrolle von Sprache, Sozioökonomischem Status (SÖS) und nonverbaler Intelligenz konnte in einigen Bereichen der Schulfähigkeit (schulnahen Fertigkeiten sowie in zwei Komponenten der Exekutiven Funktionen) die erwarteten Entwicklungsvorsprünge der Basisstufenkinder nachgewiesen werden. Die Ergebnisse werden in Anbetracht der vorliegenden querschnittlichen Daten kritisch diskutiert.

Keywords: Vorschulkinder, Kindergarten, Flexibilisierung des Schulübertritts, Schulfähigkeit, Exekutive Funktionen

Im Rahmen der breit diskutierten Flexibilisierung des Schuleintritts wurde in der Schweiz ein Schulversuch zur sog. "Basisstufe" gestartet. Die vorliegende Studie trägt zum Vergleich von 5- und 6-jährigen Kindergarten- und Basisstufenkindern (N = 282) in Bezug auf schulfähigkeitsrelevante Fertigkeiten bei. Der Lernkontext der Basisstufe zeichnet sich durch eine individualisierte formale Instruktion, einen fähigkeitsorientierten Erwerb der Kulturtechniken sowie ein auf Selbstregulation ausgerichtetes Lernen aus und grenzt sich somit vom traditionellen Kindergarten ab, der sich in sozialpädagogischer Tradition dem freien Spiel und der ganzheitlichen Förderung verpflichtet. Es wurde erwartet, dass Basisstufenkinder den Kindergartenkindern in verschiedenen Bereichen der Schulfähigkeit voraus sind. Nach statistischer Kontrolle von Sprache, Sozioökonomischem Status (SÖS) und nonverbaler Intelligenz konnte in einigen Bereichen der Schulfähigkeit (schulnahen Fertigkeiten sowie in zwei Komponenten der Exekutiven Funktionen) die erwarteten Entwicklungsvorsprünge der Basisstufenkinder nachgewiesen werden. Die Ergebnisse werden in Anbetracht der vorliegenden querschnittlichen Daten kritisch diskutiert.

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