Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 1, 2011.

€ [D] 58,00 / € [A] 59,70

DOI: 10.2378/peu2011.art01d
Susanne Ebert, Jutta von Maurice, Katharina Kluczniok:
Kognitiv-sprachliche Kompetenzen im Kindergartenalter: Sind vorzeitig eingeschulte Kinder wirklich kompetenter?
Verbal and Cognitive Competencies in Preschool Age: Are Early-Enrolled Children Really More Competent?

2011, 15-29

Studien zur vorzeitigen Einschulung erfassen den Einschulungszeitpunkt gewöhnlich retrospektiv. Demgegenüber wird in der vorliegenden Untersuchung der Frage nachgegangen, ob bereits vor dem Zeitpunkt der Einschulung Unterschiede in der Kompetenz von vorzeitig gegenüber nicht vorzeitig eingeschulten Kindern bestehen. Unter Rückgriff auf Daten der Längsschnittstudie BiKS-3-8 werden vorzeitig eingeschulte Kinder mit einer nach Geschlecht, Alter und Sozialstatus parallelisierten Stichprobe zu zwei Messzeitpunkten während der Kinder-gartenzeit verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass vorzeitig eingeschulte Kinder von ihren Erzieher/innen bereits zwei Jahre vor ihrer Einschulung in einigen Kompetenzbereichen als kompetenter eingestuft werden, während sich in den objektiv erfassten kognitiven und sprachlichen Kompetenzen weder zwei Jahre noch ein Jahr vor der Einschulung Unterschiede nachweisen lassen. Dabei korreliert die Kompetenzwahrnehmung durch die Erzieher/innen nur mäßig mit der objektiven Kompetenzmessung. Die Ergebnisse werden mit Blick auf die Bedeutsamkeit kindlicher Kompetenzen für die Einschulungsentscheidung diskutiert.

Keywords: Einschulung, Kindergartenkinder, kognitive Entwicklung, Sprachentwicklung

Studien zur vorzeitigen Einschulung erfassen den Einschulungszeitpunkt gewöhnlich retrospektiv. Demgegenüber wird in der vorliegenden Untersuchung der Frage nachgegangen, ob bereits vor dem Zeitpunkt der Einschulung Unterschiede in der Kompetenz von vorzeitig gegenüber nicht vorzeitig eingeschulten Kindern bestehen. Unter Rückgriff auf Daten der Längsschnittstudie BiKS-3-8 werden vorzeitig eingeschulte Kinder mit einer nach Geschlecht, Alter und Sozialstatus parallelisierten Stichprobe zu zwei Messzeitpunkten während der Kinder-gartenzeit verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass vorzeitig eingeschulte Kinder von ihren Erzieher/innen bereits zwei Jahre vor ihrer Einschulung in einigen Kompetenzbereichen als kompetenter eingestuft werden, während sich in den objektiv erfassten kognitiven und sprachlichen Kompetenzen weder zwei Jahre noch ein Jahr vor der Einschulung Unterschiede nachweisen lassen. Dabei korreliert die Kompetenzwahrnehmung durch die Erzieher/innen nur mäßig mit der objektiven Kompetenzmessung. Die Ergebnisse werden mit Blick auf die Bedeutsamkeit kindlicher Kompetenzen für die Einschulungsentscheidung diskutiert.

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