Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 4, 2010.

€ [D] 58,00 / € [A] 59,70

DOI: 10.2378/peu2010.art20d
Kirsten Schuchardt, Claudia Mähler, Marcus Hasselhorn:
Arbeitsgedächtnisfunktionen bei rechenschwachen Kindern mit und ohne Dyskalkuliediagnose
Working Memory Functions in Children with Mathematical Difficulties with or without Diagnosis of Dyscalculia

2010, 290-298

Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit kognitiven Defiziten rechenschwacher Kinder. Dabei wurde überprüft, in welchen Arbeitsgedächtnisbereichen rechenschwache Kinder Funktionsdefizite aufweisen und ob es substanzielle Unterschiede zwischen rechenschwachen Kindern mit und ohne Dyskalkuliediagnose gibt. An der Studie nahmen 38 rechenschwache Kinder (davon 19 mit diagnostizierter Dyskalkulie) und 38 nach Alter parallelisierte Kontrollkinder teil. Alle Kinder bearbeiteten eine umfangreiche Testbatterie zu den drei Komponenten des Arbeitsgedächtnisses (phonologische Schleife, visuell-räumlicher Notizblock und zentrale Exekutive). Die Ergebnisse belegen deutliche Arbeitsgedächtnisdefizite der rechenschwachen Kinder im Bereich des visuell-räumlichen Notizblocks. Es fanden sich jedoch keine Leistungsunterschiede zwischen rechenschwachen Kindern mit und ohne Diskrepanzdiagnose. Die Bedeutung des Intelligenzniveaus in der Dyskalkuliediagnostik wird diskutiert.

Summary: We examined working memory deficits of children with mathematical difficulties. 38 children with mathematical disability (19 children meeting the criteria for dyscalculia, i.e. -reaching the discrepancy criterion to intelligence) and a sample of 38 typically developing children matched for chronological age performed an extensive test battery of phonological, visual-spatial, and central executive working memory. The results revealed that children with mathematical disability show significant deficits in the visual-spatial sketchpad. However, the performance did not differ significantly depending on whether or not the diagnostic criteria for dyscalculia were met. A discussion of the results with regard to the role of intelligence is provided.

Keywords: Dyscalculia, mathematical disabilities, working memory, discrepancy criterion

Deutsch Abstract (dt.) | PDF Volltext



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