Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 2, 2010.

€ [D] 58,00 / € [A] 59,70

DOI: 10.2378/peu2010.art08d
Leif Kruse, Franz Petermann:
Erfassung reaktiver und proaktiver Aggression in der Schule: Pilotstudie zur Entwicklung und Validierung eines Fragebogens
Assessment of Reactive and Proactive Aggression in School: A Pilot-Study of a New Questionnaire

2010, 107-118

Eine angemessene Beschreibung aggressiven Verhaltens im Kindes- und Jugendalter erfordert die Berücksichtigung spezifischer Subtypen. Eine bedeutsame Unterscheidung ist die zwischen reaktiver und proaktiver Aggression. Im Rahmen einer Pilotstudie wurden die faktorielle Struktur eines neuen deutschsprachigen Fragebogens zur Erfassung reaktiver und proaktiver Aggression bei 11- bis 18-jährigen Schülern (N = 60) ermittelt und erste Aussagen zur Messqualität des Verfahrens abgeleitet. Der Fragebogen erfasst neben reaktiver und proaktiver Aggression unterschiedliche Facetten dieser beiden Subtypen: defensive Aggressionsattribution, Wut-Aggression, Macht/Dominanz-Ausübung und Ressourcen-Aneignung. Die internen Konsistenzen der Aggressionsskalen schwanken zwischen a = .63 und .76 und weisen signifikante Zusammenhänge mit externalisierendem Verhalten auf. Reaktive Aggression geht einher mit Hyperaktivitäts- und Aufmerksamkeitsproblemen und geringem prosozialem Verhalten. Macht-Dominanz-Ausübung steht in Zusammenhang mit geringen emotionalen Problemen.

Keywords: Reaktive Aggression, proaktive Aggression, Kindes- und Jugendalter, -Fragebogen, psychometrische Eigenschaften

Eine angemessene Beschreibung aggressiven Verhaltens im Kindes- und Jugendalter erfordert die Berücksichtigung spezifischer Subtypen. Eine bedeutsame Unterscheidung ist die zwischen reaktiver und proaktiver Aggression. Im Rahmen einer Pilotstudie wurden die faktorielle Struktur eines neuen deutschsprachigen Fragebogens zur Erfassung reaktiver und proaktiver Aggression bei 11- bis 18-jährigen Schülern (N = 60) ermittelt und erste Aussagen zur Messqualität des Verfahrens abgeleitet. Der Fragebogen erfasst neben reaktiver und proaktiver Aggression unterschiedliche Facetten dieser beiden Subtypen: defensive Aggressionsattribution, Wut-Aggression, Macht/Dominanz-Ausübung und Ressourcen-Aneignung. Die internen Konsistenzen der Aggressionsskalen schwanken zwischen a = .63 und .76 und weisen signifikante Zusammenhänge mit externalisierendem Verhalten auf. Reaktive Aggression geht einher mit Hyperaktivitäts- und Aufmerksamkeitsproblemen und geringem prosozialem Verhalten. Macht-Dominanz-Ausübung steht in Zusammenhang mit geringen emotionalen Problemen.

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