Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 3, 2005.

€ [D] 58,00 / € [A] 59,70

Gero Tacke:
Evaluation eines Lesetrainings zur Förderung lese-rechtschreibschwacher Grundschüler der zweiten Klasse
Evaluation of a Remedial Reading Training with Dyslexic Second Graders in Primary School

2005, 198-209

Zur Überprüfung der Wirksamkeit eines Lesetrainings nahmen 29 lese-rechtschreibschwache Schüler der zweiten Grundschulklasse über ein halbes Jahr an fünf Tagen in der Woche jeweils 20 Minuten an einer Einzelförderung teil. Im Vergleich zu einer parallelisierten Kontrollgruppe verbesserten sie sich sowohl im Lesen als auch in der Rechtschreibung signifikant. Beim Lesen lag die Effektstärke mit d = 0.49 im mittleren und bei der Rechtschreibung mit d=0.29 im unteren Bereich. Werden die trainierten Schüler über den Median in eine Gruppe mit hohem und eine Gruppe mit niedrigem Pensum (operationalisiert als Zahl der gelesenen Wörter) geteilt, so ergibt sich bei einem Vergleich zwischen der Gruppe mit hohem Pensum und der Kontrollgruppe beim Lesen eine hohe (d = 0.98) und in der Rechtschreibung eine mittlere Effektstärke (d = 0.54). Es konnte gezeigt werden, dass das Pensum unabhängig ist von der Ausprägung der Lese-Rechtschreibschwäche und von motivationalen Variablen der Schüler.

Summary: To test the effect of a remedial reading training 29 dyslexic second graders (primary school) participated in an individual instruction being accomplished throughout six months. The lessons lasted 20 minutes and took place on five days a week. As compared to parallelized control group the trained pupils significantly improved their reading and spelling achievement. In reading the effect-size reached a medium value (d = 0.49), and in spelling a low value (d = 0.29). If the trained pupils were divided into a group of high and into a group of low quantity of words having been read, the effect size of the high-group as compared to the control group amounted to d=0.98 in reading and to d = 0.54 in spelling. The multitude of words having been read proved to be independent of the degree of dyslexia and of motivational variables of the pupils.

Keywords: Dyslexia, reading, spelling, reading intervention

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