Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 2, 2005.

€ [D] 58,00 / € [A] 59,70

Barbara Thies:
Dyadisches Vertrauen zwischen Lehrern und Schülern
Dyadic Trust Between Teachers and Students

2005, 85-99

Nach Schweer (1996) ist Vertrauen wesentlich von den impliziten Vertrauenskonzepten der Interaktionspartner abhängig und wurde in der präsentierten Studie dyadisch erfasst. Im Zentrum standen clusteranalytisch ermittelte Dyaden aus je einem Lehrer und einem Schüler (N= 143 Dyaden). Es ließen sich wechselseitig gelungene und wechselseitig misslungene Dyaden ermitteln, darüber hinaus fanden sich einseitige Dyaden, in denen nur jeweils der Lehrer oder der Schüler Vertrauen investierten. Die Zugehörigkeit zu einem Dyadentyp ging mit dem (wahrgenommenen) Leistungsverhalten der Schüler und weiteren unterrichts- bzw. interaktionsrelevanten Verhaltensweisen einher. Die Interaktionsqualität zwischen Lehrern und Schülern hing nicht ausschließlich vom Vertrauenserleben des Einzelnen, sondern von der Kompatibilität des Vertrauenserlebens von Lehrer und Schüler ab. Rückschlüsse auf die Interaktionsqualität ließen sich aus dem Vertrauenserleben eines Interaktionspartners allein nur eingeschränkt ziehen. Die Relevanz der dyadischen Perspektive für weitere Untersuchungen zum Vertrauen zwischen Lehrern und Schülern wird abschließend diskutiert, vor allem vor dem Hintergrund des Zusammenhangs von Vertrauen, Motivation und Leistung.

Keywords: Dyadisches Vertrauen, Lehrer-Schüler-Beziehung, Reziprozität

Nach Schweer (1996) ist Vertrauen wesentlich von den impliziten Vertrauenskonzepten der Interaktionspartner abhängig und wurde in der präsentierten Studie dyadisch erfasst. Im Zentrum standen clusteranalytisch ermittelte Dyaden aus je einem Lehrer und einem Schüler (N= 143 Dyaden). Es ließen sich wechselseitig gelungene und wechselseitig misslungene Dyaden ermitteln, darüber hinaus fanden sich einseitige Dyaden, in denen nur jeweils der Lehrer oder der Schüler Vertrauen investierten. Die Zugehörigkeit zu einem Dyadentyp ging mit dem (wahrgenommenen) Leistungsverhalten der Schüler und weiteren unterrichts- bzw. interaktionsrelevanten Verhaltensweisen einher. Die Interaktionsqualität zwischen Lehrern und Schülern hing nicht ausschließlich vom Vertrauenserleben des Einzelnen, sondern von der Kompatibilität des Vertrauenserlebens von Lehrer und Schüler ab. Rückschlüsse auf die Interaktionsqualität ließen sich aus dem Vertrauenserleben eines Interaktionspartners allein nur eingeschränkt ziehen. Die Relevanz der dyadischen Perspektive für weitere Untersuchungen zum Vertrauen zwischen Lehrern und Schülern wird abschließend diskutiert, vor allem vor dem Hintergrund des Zusammenhangs von Vertrauen, Motivation und Leistung.

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