Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 1, 2016.

€ [D] 58,00 / € [A] 59,70

DOI: 10.2378/peu2016.art05d
Rebecca Schneider, Jörn R. Sparfeldt:
Zur (Un-)Genauigkeit selbstberichteter Zensuren bei Grundschulkindern
The Accuracy of Self-Reported Grades in Elementary School

2016, 48-59

In der Forschung wird häufig auf die von Schülerinnen und Schülern berichteten Zensuren als Indikatoren der erhaltenen Zensuren und damit der Schulleistungen zurückgegriffen. Unklar ist, ob dieses in höheren Klassenstufen bewährte und ökonomische Vorgehen auch auf Grundschulkinder übertragen werden kann. Daher wurden bei N = 424 Grundschulkindern der Klassenstufen 2, 3 und 4 die schülerberichteten und die circa viereinhalb Monate früher erhaltenen (d. h. lehrkraftberichteten) Zeugnisnoten in Mathematik, Deutsch und Sport erhoben. In den drei Fächern stiegen die mittleren Korrelationen über die Klassenstufen hinweg an (2. / 3. / 4. -Klassenstufe: r -= .61/.79/.87). Die Mittelwerte der selbstberichteten Zensuren fielen stets niedriger aus als die der erhaltenen (im Sinne von Überschätzungen); die Notendifferenzen zwischen den Datenquellen (Lehrkraft; Schülerinnen und Schüler) wurden mit höherer Klassenstufe kleiner, damit einhergehend nahm der Prozentsatz korrekter Angaben zu. Die Angemessenheit der Verwendung selbstberichteter Zensuren als Schulleistungsindikatoren bei Grundschulkindern wird vor dem Hintergrund einer differenziellen Eignung in den verschiedenen Klassenstufen diskutiert.

Summary: In educational and psychological research, self-reported grades are often used as indicators of given grades (as presented on report cards) and scholastic achievement. It is unclear whether this economic and reasonable practice (at least, with older students) is also appropriate for elementary school students. Therefore, we compared self-reported grades of N = 424 second, third, and fourth graders with teacher-reported grades in mathematics, German, and sports. In all three school subjects, the correlations of self-reported and actual grades increased with higher class levels (2nd/3rd/4th class level: r -= .61/.79/.87). The means of self-reported grades were higher than the means of the actual grades reflecting overestimations; mean differences between data sources (teachers, students) decreased with higher class levels. Correspondingly, the percentage of correct answers increased. The appropriateness of using self-reported grades as indicators of scholastic achievement in elementary school is discussed with regard to its differential usefulness in different class levels.

Keywords: Grades, self-report, accuracy, elementary school students

Deutsch Abstract (dt.) | PDF Volltext



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