Frühförderung interdisziplinär

Zeitschrift für Frühe Hilfen und frühe Förderung benachteiligter, entwicklungsauffälliger und behinderter Kinder

Herausgeber: Speck, Otto / Hollmann, Helmut / Peterander, Franz / Simoni, Heidi / Walthes, Renate

1. Auflage Heft 2, 2015.

€ [D] 29,00 / € [A] 29,90

DOI: 10.2378/fi2015.art08d
Petr Ondracek:
Personzentriertheit im heilpädagogischen Berufsalltag
Person centered working method in the special therapy daily routine

2015, 84-101

Die personzentrierte Arbeitsweise wird als eine respektierende, beachtende und Gesicht wahrende Art beruflicher Kontakt- und Interaktionsgestaltung beschrieben und als „berufliche Mitmenschlichkeit“ mit positiver Wirkungskraft bezeichnet. Ihre Bedeutung für das Wohlbefinden und die Beziehung der Beteiligten, und folglich auch für das Gelingen von gemeinsam gestalteten Lern- und Entwicklungsprozessen, wird hervorgehoben. Im Kontext des personzentrierten Ansatzes und der Bedeutung von Bedürfnissen wird der spezifische Unterschied von Personzentriertheit in der Psychotherapie und in der Heilpädagogik erörtert. Die Haltung der Fachperson dem Klienten gegenüber wird als ausschlaggebend für die Art des Umgangs mit ihm dargestellt: Die berufliche Haltung kann das Person-Sein eines zu unterstützenden Menschen erhalten und fördern oder aber auch untergraben. Daraus ergibt sich die Aufgabe von heilpädagogisch Tätigen, die eigene, im Ansatz meistens vorhandene natürliche Art ein „Mitmensch“ zu sein, zu einer „professionell-mitmenschlichen“ Haltung zu entfalten. Dies ist zwar bereits während der beruflichen Qualifizierung gezielt und systematisch zu fördern, erfordert jedoch vor allem persönlich viel Anstrengung, Engagement und selbstkritische Einstellung, um sich zu einer „beruflichen Mitmenschlichkeit“ durchzuarbeiten.

Keywords: Heilpädagogik; Personzentriertheit; Bedürfnisse; Wohlbefinden; personzentrierte Kommunikation/ Interaktion; natürliche und berufliche Mitmenschlichkeit; berufliche Haltung und seine Wirkung; Person-Sein-Erhalt/ Person-Sein-Untergrabung; professionell-mitmenschliche Haltung

Die personzentrierte Arbeitsweise wird als eine respektierende, beachtende und Gesicht wahrende Art beruflicher Kontakt- und Interaktionsgestaltung beschrieben und als „berufliche Mitmenschlichkeit“ mit positiver Wirkungskraft bezeichnet. Ihre Bedeutung für das Wohlbefinden und die Beziehung der Beteiligten, und folglich auch für das Gelingen von gemeinsam gestalteten Lern- und Entwicklungsprozessen, wird hervorgehoben. Im Kontext des personzentrierten Ansatzes und der Bedeutung von Bedürfnissen wird der spezifische Unterschied von Personzentriertheit in der Psychotherapie und in der Heilpädagogik erörtert. Die Haltung der Fachperson dem Klienten gegenüber wird als ausschlaggebend für die Art des Umgangs mit ihm dargestellt: Die berufliche Haltung kann das Person-Sein eines zu unterstützenden Menschen erhalten und fördern oder aber auch untergraben. Daraus ergibt sich die Aufgabe von heilpädagogisch Tätigen, die eigene, im Ansatz meistens vorhandene natürliche Art ein „Mitmensch“ zu sein, zu einer „professionell-mitmenschlichen“ Haltung zu entfalten. Dies ist zwar bereits während der beruflichen Qualifizierung gezielt und systematisch zu fördern, erfordert jedoch vor allem persönlich viel Anstrengung, Engagement und selbstkritische Einstellung, um sich zu einer „beruflichen Mitmenschlichkeit“ durchzuarbeiten.

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