Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 1, 2015.

€ [D] 58,00 / € [A] 59,70

DOI: 10.2378/peu2015.art07d
Luciano Gasser, Annette Tettenborn Schärer:
Behinderungsspezifische moralische Urteile von Lehrpersonen und Klassenkameraden als Prädiktoren für das Ausschlussverhalten
Teachers’ and Peers’ Moral Reasoning about Exclusion of Children with Disabilities: Relations with Exclusive Behavior

2015, 30-39

Moralische Urteile von Lehrpersonen und Klassenkameraden prägen die moralische Atmosphäre einer Schulklasse und beeinflussen Ein- und Ausschlussverhalten von Schülerinnen und Schülern in Gleichaltrigenkontexten. Vor dem Hintergrund dieser Annahme wird eine Studie präsentiert, in welcher 26 Lehrpersonen und ihre Schülerinnen und Schüler (N = 445) aus integrativen und nichtintegrativen Klassen zu ihren moralischen Urteilen des Ausschlusses auf Basis von Behinderung befragt wurden. Das soziale Ausschlussverhalten der Kinder wurde über Gleichaltrigennennungen erhoben. Mehrebenenanalytische Auswertungen zeigten, dass die moralischen Urteile von Klassenkameraden das Ausschlussverhalten des Kindes auf individueller Ebene vorhersagten. Auch das moralische Urteil der Lehrperson war für das eigene Ausschlussverhalten prädiktiv, allerdings nur in integrativen Klassen. In der Interpretation der Ergebnisse wird auf die Bedeutung einer sozial-kontextuellen Analyse bei der Untersuchung sozialen Ausschlusses von Kindern mit Behinderungen hingewiesen.

Keywords: Moralisches Urteil, Behinderung, Integration, Ausschlussverhalten, moralische Atmosphäre

Moralische Urteile von Lehrpersonen und Klassenkameraden prägen die moralische Atmosphäre einer Schulklasse und beeinflussen Ein- und Ausschlussverhalten von Schülerinnen und Schülern in Gleichaltrigenkontexten. Vor dem Hintergrund dieser Annahme wird eine Studie präsentiert, in welcher 26 Lehrpersonen und ihre Schülerinnen und Schüler (N = 445) aus integrativen und nichtintegrativen Klassen zu ihren moralischen Urteilen des Ausschlusses auf Basis von Behinderung befragt wurden. Das soziale Ausschlussverhalten der Kinder wurde über Gleichaltrigennennungen erhoben. Mehrebenenanalytische Auswertungen zeigten, dass die moralischen Urteile von Klassenkameraden das Ausschlussverhalten des Kindes auf individueller Ebene vorhersagten. Auch das moralische Urteil der Lehrperson war für das eigene Ausschlussverhalten prädiktiv, allerdings nur in integrativen Klassen. In der Interpretation der Ergebnisse wird auf die Bedeutung einer sozial-kontextuellen Analyse bei der Untersuchung sozialen Ausschlusses von Kindern mit Behinderungen hingewiesen.

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