Frühförderung interdisziplinär

Zeitschrift für Frühe Hilfen und frühe Förderung benachteiligter, entwicklungsauffälliger und behinderter Kinder

Herausgeber: Speck, Otto / Hollmann, Helmut / Peterander, Franz / Simoni, Heidi / Walthes, Renate

1. Auflage Heft 4, 2013.

€ [D] 29,00 / € [A] 29,90

DOI: 10.2378/fi2013.art11d
Klaus Sarimski, Manfred Hintermair, Markus Lang:
"Auf die Familie kommt es an."
"Family counts."

2013, 195-205

Die empirischen Befunde zur Entwicklung von Kindern mit und ohne Behinderung sprechen dafür, dass sich eine frühe Aufnahme in eine Kindertagesstätte nicht nachteilig auf die Entwicklung der Kinder auswirkt, wenn sie dort eine hohe Betreuungsqualität erleben. Für Kinder, die unter ungünstigen sozialen Bedingungen aufwachsen, kann sie Beeinträchtigungen der Entwicklung vermeiden helfen. Die kognitive, sprachliche und sozial-emotionale Entwicklung hängt jedoch in höherem Maße von der Qualität der familiären Beziehungen ab. Dies gilt nach Ansicht der Autoren in besonderem Maße für Kinder mit Behinderungen. Für sie sollte ein späterer Eintritt in eine Krippe (erst im Alter von zwei Jahren) und ein zunächst reduzierter Betreuungsumfang erwogen werden, sofern keine zusätzlichen sozialen Risiken vorliegen. Für die Frühförderstellen ergibt sich der Auftrag, sowohl die familiären Erziehungs- und Bewältigungskompetenzen zu stärken als auch die Fachkräfte in der Kindertagesstätte darin zu unterstützen, sich auf die besonderen Bedürfnisse behinderter Kinder einzustellen. Implikationen dieser Forderung werden diskutiert.

Summary: The current state of research suggests that early day care services for children with and without disabilities have no negative consequences for child development, if quality of care is well enough. However, the quality of family relations has more effect on child development than day care. According to our view, this fact has special relevance for children with disabilities. We propose that children with disabilities should not visit day care settings before their second birthday and the amount of time in nonmaternal care should be restricted if there are no severe additional social risks. Early intervention services should support the coping skills of families as well as the professional skills of day care providers to adapt to the special needs of this group of children. Implications of this position are discussed.

Keywords: Family orientation, early intervention, inclusion, early day care service

Deutsch Abstract (dt.) | PDF Volltext



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