Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 4, 2012.

€ [D] 58,00 / € [A] 59,70

DOI: 10.2378/peu2012.art21d
Ina Bovenschen, Sandra Gabler, Gottfried Spangler, Melanie Pillhofer, Anne K. Künster:
Videogestützte Beratung zur Beziehungsförderung bei jungen Müttern und ihren Säuglingen - Auswirkungen auf die mütterliche Feinfühligkeit
Video-Based Intervention for Mother-Infant-Dyads at Risk - Effects on Maternal Sensitivity

2012, 275-289

Angebote im Bereich der Frühen Hilfen wurden in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend ausgebaut und etabliert. In der vorliegenden Studie wurde mittels eines randomisierten Kontrollgruppendesigns die Wirksamkeit eines bindungstheoretischen Beratungsansat-zes zur frühen Beziehungsförderung an einer Gruppe hoch belasteter Mütter (N=36) untersucht: eine Teilgruppe erhielt in den ersten drei Lebensmonaten des Säuglings videogestützte Beratungen und wurde mit einer Kontrollgruppe ohne spezifische Beratungsangebote im Hinblick auf Veränderungen in der mütterlichen Feinfühligkeit verglichen. Die mütterliche Feinfühligkeit wurde 1, 3 und 6 Monate nach der Geburt des Säuglings erhoben. Die Ergebnisse zeigen, dass die Interven-tion das mütterliche Verhalten positiv beeinflusste. Die Effekte konnten allerdings nicht langfristig aufrechterhalten werden, so dass längerfristige Beratungsangebote bzw. Auffrischungssitzungen zum Erhalt der Effekte notwendig scheinen. Zudem ergaben sich Hinweise auf eine differenzielle Wirksamkeit, da die Beratung bei nicht-jugendlichen und psychisch belasteten Müttern positiv wirkte, während die Beratung bei jugendlichen Müttern durch flankierende Maßnahmen unterstützt werden sollte.

Summary: Early prevention and intervention services for families at risk have been expanded throughout the recent years. In the current study, the effectiveness of an attachment-based short-term intervention using video-feedback was investigated based on a randomized control group design. 36 high-risk mothers and their infants were assigned to either the intervention group receiving the video-feedback during the first three months after infants’ birth, or to a control group receiving standard community support. Maternal sensitivity was assessed at 1, 3, and 6 months after infants’ birth. Results show that initially after intervention, intervention group mothers were significantly more sensitive than control group mothers. However, no differences were found at follow-up (6 months after birth) indicating that booster shots may be necessary to keep up positive intervention effects. Moreover, we found evidence of differential effectiveness as the intervention was more effective in enhancing sensitivity of non-adolescent mothers and mothers with psychiatric diagnosis whereas adolescent mothers may need more intense interventions with a broader focus.

Keywords: Attachment, interaction, sensitivity training, prevention

Deutsch Abstract (dt.) | PDF Volltext



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