Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 4, 2012.

€ [D] 58,00 / € [A] 59,70

DOI: 10.2378/peu2012.art20d
Alexandra Sann:
Frühe Hilfen - Entwicklung eines neuen Praxisfeldes in Deutschland
Early Childhood Prevention and Intervention - Formation of a New Practical Field in Germany

2012, 256-274

Dieser Beitrag vermittelt einen Überblick über die Entwicklung der Frühen Hilfen, einem Praxisfeld, das in den letzten fünf Jahren in Deutschland einen großen Aufschwung erfahren hat. Eingangs wird beleuchtet, was überhaupt unter Frühen Hilfen zu verstehen ist und welche Systeme und Akteure daran beteiligt sind. Dabei wird auf den kritischen Diskurs zum Spannungsfeld Hilfe vs. Kontrolle eingegangen, in dem sich auch die Frühen Hilfen bewegen und positionieren müssen. Anschließend werden die beiden zentralen Handlungsfelder der Frühen Hilfen vorgestellt: der Aufbau von professionsübergreifenden Netzwerken und die Implementierung von Unterstützungs- und Hilfeangeboten für Familien. Zum derzeitigen Ausbaustand in beiden Bereichen werden Ergebnisse zweier bundesweiter Befragungen von Jugend- und Gesundheitsämtern vorgestellt. Unterschiedliche Formen von Interventionen im Bereich Früher Hilfen sind auch Gegenstand von zehn Modellprojekten in den Bundesländern. Die Projekte werden in einer Übersicht kurz vorgestellt und erste Befunde zu Wirkungsvoraussetzungen und Wirksamkeit Früher Hilfen referiert. Abschließend werden zentrale Entwicklungsbedarfe und Forschungsdesiderate für das Feld der Frühen Hilfen abgeleitet.

Summary: Early childhood prevention and intervention has gained much of interest in recent years in Germany. This article first outlines the core aspects of the term early childhood prevention and intervention as it is used in Germany, also pointing out the large scale of systems and actors supporting children and families involved. The ongoing discussion about positioning the new approach between the poles of help versus control is reflected. Two main areas of action are identified: building interdisciplinary networks in local communities and implementing new models supporting families in transition to parenthood and first years with a baby. Results of two surveys concerning these questions are reported. In addition first trends from evaluation of ten model projects with different forms of intervention are presented and discussed. The need for further efforts in practice and research is derivated from these results.

Keywords: Early childhood prevention and intervention, interdisciplinary networks, model projects, evaluation

Deutsch Abstract (dt.) | PDF Volltext



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