Frühförderung interdisziplinär

Zeitschrift für Frühe Hilfen und frühe Förderung benachteiligter, entwicklungsauffälliger und behinderter Kinder

Herausgeber: Speck, Otto / Hollmann, Helmut / Peterander, Franz / Simoni, Heidi / Walthes, Renate

1. Auflage Heft 3, 2012.

€ [D] 29,00 / € [A] 29,90

DOI: 10.2378/fi2012.art09d
Johannes Högner, Anne Johann, Klaus Sarimski:
Elternerfahrungen mit Autismus-spezifischer Verhaltenstherapie im Vorschulalter
Parental experience with intensive behavioural interventions for young children with autism

2012, 120-129

Es wird über zwei explorative Studien zu Erfahrungen von Eltern mit der Versorgung ihrer Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung im Vorschulalter berichtet. 205 Eltern beteiligten sich an einer online-gestützten Befragung. Nur etwa 20 % der Eltern nutzen Autismus-spezifische Verhaltenstherapieformen. Bei etwa 50 % der Kinder finden Behandlungen lediglich einmal pro Woche oder seltener statt. Die Eltern, deren Kinder mit einer Autismus-spezifischen Verhaltenstherapie behandelt werden, scheinen mit der Behandlung tendenziell zufriedener als Eltern, deren Kinder ausschließlich ergotherapeutisch behandelt werden. In diesen Fällen – das zeigen qualitative Interviews, die zusätzlich mit sechs Müttern durchgeführt wurden – werden die besonderen Bedürfnisse von Kindern mit einer autistischen Störung oft nicht hinreichend berücksichtigt. Die Mütter berichten zudem von einer mangelhaften Kooperation zwischen Erziehern im Kindergarten und therapeutischen Fachkräften und machen auf Probleme der Kostenübernahme für intensive Therapiemaßnahmen aufmerksam.

Keywords: Autismus, Verhaltenstherapie, Elternerfahrungen

Es wird über zwei explorative Studien zu Erfahrungen von Eltern mit der Versorgung ihrer Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung im Vorschulalter berichtet. 205 Eltern beteiligten sich an einer online-gestützten Befragung. Nur etwa 20 % der Eltern nutzen Autismus-spezifische Verhaltenstherapieformen. Bei etwa 50 % der Kinder finden Behandlungen lediglich einmal pro Woche oder seltener statt. Die Eltern, deren Kinder mit einer Autismus-spezifischen Verhaltenstherapie behandelt werden, scheinen mit der Behandlung tendenziell zufriedener als Eltern, deren Kinder ausschließlich ergotherapeutisch behandelt werden. In diesen Fällen – das zeigen qualitative Interviews, die zusätzlich mit sechs Müttern durchgeführt wurden – werden die besonderen Bedürfnisse von Kindern mit einer autistischen Störung oft nicht hinreichend berücksichtigt. Die Mütter berichten zudem von einer mangelhaften Kooperation zwischen Erziehern im Kindergarten und therapeutischen Fachkräften und machen auf Probleme der Kostenübernahme für intensive Therapiemaßnahmen aufmerksam.

English Abstract (engl.) | PDF Volltext



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