Frühförderung interdisziplinär

Zeitschrift für Frühe Hilfen und frühe Förderung benachteiligter, entwicklungsauffälliger und behinderter Kinder

Herausgeber: Speck, Otto / Hollmann, Helmut / Peterander, Franz / Simoni, Heidi / Walthes, Renate

1. Auflage Heft 2, 2012.

€ [D] 29,00 / € [A] 29,90

DOI: 10.2378/fi2012.art07d
Manfred Hintermair:
Kindeswohlgefährdung bei kleinen hörgeschädigten Kindern?
Are best interests of young deaf and hard-of-hearing children jeopardized?

2012, 89-96

Nachdem der "Anhaltsbogen für ein vertiefendes Gespräch" in einer früheren kleinen Pilotstudie bei hörgeschädigten Kleinkindern erprobt wurde und immerhin 36 % der Familien Anzeichen einer potenziellen Gefährdung des Kindeswohls aufwiesen, wurde mit dem gleichen Instrument eine Kontrollstudie in einem anderen deutschen Bundesland durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass auch in der Kontroll-studie ca. 25 % der Familien Anzeichen einer Gefährdung aufweisen, wobei insbesondere soziale Belastungen, erhöhte Fürsorgeanforderungen und Zukunfts- bzw. Überforderungsängste vermehrt registriert werden. Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund sowie Familien mit mehrfachbehinderten hörgeschädigten Kindern bedürfen hier der besonderen Beachtung. Die weitere Erprobung des Anhaltsbogens in der Frühförderung hörgeschädigter Kinder mit längsschnittlich angelegten Evaluationen ist auch nach den Daten der vorliegenden Studie zu empfehlen. Die Daten zeigen weiter im Vergleich zur Pilotstudie, dass das seit 1. 1. 2009 gesetzlich geregelte Neugeborenen-Hör-Screening zur Erfassung hörgeschädigter Kinder zu greifen scheint.

Summary: In a former small pilot study the screening instrument "Anhaltsbogen für ein vertiefendes Gespräch" was applied with deaf and hard of hearing children in early education. The results of this study revealed, that 36 % of the families showed signs for a potential compromise of child wellbeing. Therefore a control study with families from another German federal state was conducted using the same instrument and method. The results show, that 25 % of the families do reveal potential signs, and social stress factors, challenges for parental care, and fears about future are mostly reported. Children from families with foreign backgrounds as families with multi handicapped deaf and hard of hearing children need special care. A further testing of this screening instrument with deaf and hard of hearing children in early education with longitudinal evaluation is strongly supported by the data of this study. The data further show when comparing them with the data of the pilot study, that the Universal Newborn Hearing Screening procedure, regulated by law since 1. 1. 2009 seems to have a great effect.

Keywords: Child’s well-being, early education; hearing impairment; prevention

Deutsch Abstract (dt.) | PDF Volltext



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