Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete (VHN)

Herausgeber: Hartmann, Erich / Herz, Birgit / Kuhl, Jan

1. Auflage Heft 1, 2012.

€ [D] 28,00 / € [A] 28,00

DOI: 10.2378/vhn2012.art01d
Gottfried Biewer:
Die neue Welt der Bildungsstandards und ihre erziehungswissenschaftliche Rezeption aus der Perspektive einer Inklusiven Pädagogik
The New World of Educational Standards and Their Scientific Reception

2012, 9-21

Die Entwicklung von Bildungsstandards zur Steuerung des Schulwesens und zur Verbesserung des Unterrichts vernachlässigt die Problemlagen von Schüler/innen mit Lernschwierigkeiten und Behinderungen und berücksichtigt die Perspektive der Chancengerechtigkeit nur unzureichend. In den deutschsprachigen Ländern steht die Entwicklung von Bildungsstandards in einem engen Zusammenhang mit internationalen Schulleistungsstudien. Diese marginalisieren oder ignorieren die Gruppe von Schüler/innen mit besonderem Bildungsbedarf und machen keine Versuche, strukturelle institu-tionelle Defizite für benachteiligte und behinderte Kinder zu erheben. Das System des Schulleistungsmonitorings ("accountability") verstärkt ungünstige sozialräumliche Differenzierungen von Wohngebieten und Schulsprengeln. In der erziehungswissenschaftlichen Diskussion über Bildungsstandards in den deutschsprachigen Ländern lässt sich weder ein Interesse an der Gruppe der Schüler mit Behinderungen und Lernschwierigkeiten noch eine nennenswerte Berücksichtigung ihrer Problemlagen erkennen.

Keywords: Bildungsstandards, Schulleistungsstudien, Behinderungen und Lernschwierigkeiten

Die Entwicklung von Bildungsstandards zur Steuerung des Schulwesens und zur Verbesserung des Unterrichts vernachlässigt die Problemlagen von Schüler/innen mit Lernschwierigkeiten und Behinderungen und berücksichtigt die Perspektive der Chancengerechtigkeit nur unzureichend. In den deutschsprachigen Ländern steht die Entwicklung von Bildungsstandards in einem engen Zusammenhang mit internationalen Schulleistungsstudien. Diese marginalisieren oder ignorieren die Gruppe von Schüler/innen mit besonderem Bildungsbedarf und machen keine Versuche, strukturelle institu-tionelle Defizite für benachteiligte und behinderte Kinder zu erheben. Das System des Schulleistungsmonitorings ("accountability") verstärkt ungünstige sozialräumliche Differenzierungen von Wohngebieten und Schulsprengeln. In der erziehungswissenschaftlichen Diskussion über Bildungsstandards in den deutschsprachigen Ländern lässt sich weder ein Interesse an der Gruppe der Schüler mit Behinderungen und Lernschwierigkeiten noch eine nennenswerte Berücksichtigung ihrer Problemlagen erkennen.

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