Frühförderung interdisziplinär

Zeitschrift für Frühe Hilfen und frühe Förderung benachteiligter, entwicklungsauffälliger und behinderter Kinder

Herausgeber: Speck, Otto / Hollmann, Helmut / Peterander, Franz / Simoni, Heidi / Walthes, Renate

1. Auflage Heft 4, 2011.

€ [D] 29,00 / € [A] 29,90

DOI: 10.2378/fi2011.art19d
Franz Peterander:
Sensible Phasen und kindliche Entwicklung
Sensitive periods and child development

2011, 196-202

Die Bedeutung frühkindlicher Erfahrungen für die spätere Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit der Diskussion sensibler Phasen. Anhand von Ergebnissen der Neurowissenschaften wird das Zusammenwirken genetischer Prädispositionen und früher Erfahrungen für die langfristige Kindsentwicklung erörtert. Gehirnprozesse scheinen hierbei additiv oder in Kombination zu wirken, Kausalitäten zwischen Gehirnentwicklung und Verhalten sind nicht postulierbar. Studien zu sensiblen Phasen betonen jedoch die herausragende Stellung frühkindlicher Erfahrungen für die Gehirnentwicklung: hier bilden und verfestigen sich die die weitere Informationsverarbeitung bestimmenden neuronalen Netzwerke, die spätere Interventionen erleichtern oder erschweren. Ferner weisen Deprivationsstudien auf das Ausmaß langfristiger Schädigungen durch intensive frühe Stresserfahrungen hin, aber auch auf eine bemerkenswerte Variabilität von Entwicklungsverläufen. Implikationen für die Frühförderung werden skizziert.

Summary: The close relation between early experiences and later child development characterizes the discussion about sensitive periods. By means of research in neurosciences interrelations between genetic dispositions and early experiences will be discussed. Causalities between brain development and behavior are not identifiable – most likely several brain processes may act in combination or additively. Research in the area of sensitive periods stresses the evidence of early experiences for brain development: neuronal networks will be generated and consolidated, facilitating or impeding later interventions. Further studies of early-deprived children in institutions suggest persisting effects by early experience of toxic stress as well as remarkable variations in developmental pathways. Implications for early childhood intervention will be outlined.

Keywords: Sensitive periods, early experiences, neurosciences, studies of early deprivation, early childhood intervention

Deutsch Abstract (dt.) | PDF Volltext



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