Frühförderung interdisziplinär

Zeitschrift für Frühe Hilfen und frühe Förderung benachteiligter, entwicklungsauffälliger und behinderter Kinder

Herausgeber: Speck, Otto / Hollmann, Helmut / Peterander, Franz / Simoni, Heidi / Walthes, Renate

1. Auflage Heft 2, 2010.

€ [D] 29,00 / € [A] 29,90

DOI: 10.2378/fi2010.art07d
Klaus Sarimski:
Mütter mit jungen (schwer) geistig behinderten Kindern: Belastungen, Bewältigungskräfte und Bedürfnisse
Mothers of Young Children With (severe) Intellectual Disabilities: Stress, Coping and Needs

2010, 62-72

Es wird berichtet über eine Untersuchung zur subjektiven Belastung, die Mütter von Kindern mit jungen geistig behinderten (vor allem schwer behinderten) Kindern erleben. Die Angaben der Mütter im "Parenting Stress Index" zeigen, dass es sich um eine Gruppe mit einem hohen Risiko für die Ausbildung psychischer Belastungen und Überforderung in der Eltern-Kind-Interaktion handelt. Zwei Drittel der Mütter beschreiben eine außerordentlich hohe Belastung. Dies gilt vor allem für die Interaktionsbelastung im Alltag, für fast 50 % der befragten Mütter aber auch hinsichtlich ihrer allgemeinen psychischen Anspannung und Erschöpfung. Der Grad der subjektiven Belastung hängt weniger von der Schwere der Behinderung ab als von den Verhaltensauffälligkeiten, die das Kind im Alltag zeigt, und den individuellen und sozialen Ressourcen zur Bewältigung dieser besonderen Herausforderung. Familien mit schwer behinderten jungen Kindern bedürfen entlastender Hilfen und einer beziehungs- und familienorientierten Beratung.

Keywords: Schwere Behinderung, Elternbelastung, Bedüfnisse

Es wird berichtet über eine Untersuchung zur subjektiven Belastung, die Mütter von Kindern mit jungen geistig behinderten (vor allem schwer behinderten) Kindern erleben. Die Angaben der Mütter im "Parenting Stress Index" zeigen, dass es sich um eine Gruppe mit einem hohen Risiko für die Ausbildung psychischer Belastungen und Überforderung in der Eltern-Kind-Interaktion handelt. Zwei Drittel der Mütter beschreiben eine außerordentlich hohe Belastung. Dies gilt vor allem für die Interaktionsbelastung im Alltag, für fast 50 % der befragten Mütter aber auch hinsichtlich ihrer allgemeinen psychischen Anspannung und Erschöpfung. Der Grad der subjektiven Belastung hängt weniger von der Schwere der Behinderung ab als von den Verhaltensauffälligkeiten, die das Kind im Alltag zeigt, und den individuellen und sozialen Ressourcen zur Bewältigung dieser besonderen Herausforderung. Familien mit schwer behinderten jungen Kindern bedürfen entlastender Hilfen und einer beziehungs- und familienorientierten Beratung.

English Abstract (engl.) | PDF Volltext



nach obennach oben | zurückzurück zur Übersicht