Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 1, 2010.

€ [D] 58,00 / € [A] 59,70

DOI: 10.2378/peu2010.art02d
Hanspeter Hochfilzer, Philipp Mayring:
Die Bindungen von Kindern: Ein Vergleich von Pflegekindern und Kindern in betreuten Wohngemeinschaften
Children’s Attachment Relationships: A Comparison of Children in Foster Families and in Residential Care

2010, 21-29

Die Bindungsrepräsentationen von 30 Pflegekindern und 34 Kindern in betreuten Wohngemeinschaften im Alter von 7.5 bis 13.5 Jahren gegenüber ihren Pflegemüttern, Sozialpädagog/innen und leiblichen Eltern wurden mit dem Bindungsinterview für die späte Kindheit untersucht. Mit den Pflegemüttern und Sozialpädagog/innen wurde ein Interview zur emotionalen Unterstützung und Zurückweisung sowie zur Bedeutung der Erwachsenen für die Kinder durchgeführt und hinsichtlich des Vorhandenseins von Bindungen bewertet. Gegenüber den Pflegemüttern zeigten die Kinder eine ausgewogene Verteilung unterstützender und nicht unterstützender Bindungsrepräsentationen und nahezu durchgängig das Vorhandensein von Bindungsbeziehungen, welche gegenüber Sozialpädagog/innen nur ausnahmsweise bewertet wurden. Die Bindungsbeziehungen der Kinder in den betreuten Wohngemeinschaften gegenüber ihren leiblichen Eltern wurden überwiegend als kaum oder nicht unterstützend bewertet. Bei der Mehrzahl der Pflegekinder konnte die Bindungsbeziehung zu den leiblichen Eltern aufgrund fehlender oder sehr seltener Kontakte nicht bewertet werden, bei allen übrigen wurde eine nicht unterstützende Bindungsbeziehung gegenüber den leiblichen Eltern bewertet.

Keywords: Bindungen, Pflegekinder, Kinder in Wohngemeinschaften, Qualitative Inhaltsanalyse

Die Bindungsrepräsentationen von 30 Pflegekindern und 34 Kindern in betreuten Wohngemeinschaften im Alter von 7.5 bis 13.5 Jahren gegenüber ihren Pflegemüttern, Sozialpädagog/innen und leiblichen Eltern wurden mit dem Bindungsinterview für die späte Kindheit untersucht. Mit den Pflegemüttern und Sozialpädagog/innen wurde ein Interview zur emotionalen Unterstützung und Zurückweisung sowie zur Bedeutung der Erwachsenen für die Kinder durchgeführt und hinsichtlich des Vorhandenseins von Bindungen bewertet. Gegenüber den Pflegemüttern zeigten die Kinder eine ausgewogene Verteilung unterstützender und nicht unterstützender Bindungsrepräsentationen und nahezu durchgängig das Vorhandensein von Bindungsbeziehungen, welche gegenüber Sozialpädagog/innen nur ausnahmsweise bewertet wurden. Die Bindungsbeziehungen der Kinder in den betreuten Wohngemeinschaften gegenüber ihren leiblichen Eltern wurden überwiegend als kaum oder nicht unterstützend bewertet. Bei der Mehrzahl der Pflegekinder konnte die Bindungsbeziehung zu den leiblichen Eltern aufgrund fehlender oder sehr seltener Kontakte nicht bewertet werden, bei allen übrigen wurde eine nicht unterstützende Bindungsbeziehung gegenüber den leiblichen Eltern bewertet.

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