Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete (VHN)

Herausgeber: Hartmann, Erich / Herz, Birgit / Kuhl, Jan

1. Auflage Heft 1, 2006.

€ [D] 28,00 / € [A] 28,00

Wolfgang Lenhard, Harald Ebert, Hans-Joachim Schindelhauer-Deutscher, Wolfram Henn, Erwin Breitenbach:
Rahmenbedingungen zur Fortsetzung einer Schwangerschaft in Erwartung eines Kindes mit Down-Syndrom

2006, 40-50

Bedingt durch die Zunahme an pränatalen Untersuchungsmöglichkeiten werden immer mehr Feten mit Trisomie 21 erkannt. Fast alle Frauen brechen daraufhin die Schwangerschaft ab. Diese Entwicklung kann der Ansicht Vorschub leisten, dass angeborene Fehlbildungen durch die Inanspruchnahme der Pränataldiagnostik vermeidbar seien. Eltern von Kindern mit Down-Syndrom, die keine Pränataldiagnostik durchführen ließen oder nach dem pränatalen Nachweis des Down-Syndroms die Schwangerschaft fortsetzten, sehen sich dem Vorwurf ausgesetzt, sie hätten schuldhaft der Gesellschaft eine vermeidbare Last auferlegt. Um herauszufinden, welche Faktoren eine Entscheidung für das erwartete behinderte Kind begünstigen, wurden zehn Eltern und Elternpaare interviewt, die sich nach einer positiven pränatalen Diagnose für ein Kind mit Down-Syndrom entschieden haben. Als besonders bedeutsam erwiesen sich religiöse und ethische Motive und die Auseinandersetzung mit dieser Thematik bereits vor Beginn der Schwangerschaft.

Summary: Due to the developments in prenatal diagnosis more and more foetuses with Trisomy 21 are identified. In this case, almost all women decide to terminate the pregnancy. This may support the general opinion that all birth anomalies were preventable, and therefore, parents of such children were to blame for the births of their child because they did not undergo prenatal testing and selective termination, or even carried an affected foetus to term. In order to find out which factors promote a decision for the child, ten parents and couples of parents, who had decided in favour of a child with Down syndrome despite a positive prenatal diagnosis, have been interviewed. Religious and ethical motives as well as the reflection on this topic prior to the pregnancy turned out to be of crucial importance.

Keywords: Down syndrome, parents, prenatal diagnosis, selective termination of pregnancy

Deutsch Abstract (dt.) | PDF Volltext



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