Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete (VHN)

Herausgeber: Hartmann, Erich / Herz, Birgit / Kuhl, Jan

1. Auflage Heft 4, 2016.

€ [D] 28,00 / € [A] 28,00

DOI: 10.2378/vhn2016.art38d
Helga Fasching:
Fachbeitrag: Nachschulische Arbeits- und Lebenssituation von jungen Frauen und Männern mit intellektueller Beeinträchtigung in Österreich
The Work and Life Paths Beyond School of Young Women and Men With Intellectual Disabilities in Austria.

2016, 290-306

Im Rahmen einer österreichischen Verbleibs- und Verlaufsstudie wurden fünf Jahre nach Beenden der Pflichtschule über eine Elternbefragung (EB) quantitative Daten zur aktuellen Arbeits- und Lebenssituation junger Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung (IB) erhoben. Ausgehend von diesen Ergebnissen konnten zwei typische Übergangsverläufe identifiziert werden: (1) der Übergang in den ersten Arbeitsmarkt mithilfe der Maßnahme Arbeitsassistenz, der in der Regel berufsorientierende Maßnahmen (Clearing, Jugendcoaching) vorgeschaltet sind, oder (2) der direkte oder indirekte Übergang in den geschützten Arbeitsmarkt (Werkstätten, Beschäftigungstherapien) über Maßnahmen des Übergangssystems. Die Untersuchung ergab zudem, dass ein relativ großer Teil der jungen Menschen mit IB unversorgt zu Hause bleibt. Die Ergebnisse der EB konnten – auch wenn sie nicht repräsentativ sind – aufzeigen, dass sich die Differenzkategorie Behinderung stärker strukturierend auf die nachschulische (berufliche) Lebenssituation auswirkt als die Kategorie des Geschlechts. Der Beitrag plädiert für die Verknüpfung einer längsschnittlichen mit einer intersektionalen Betrachtungsweise und präsentiert zentrale Ergebnisse der Fragebogenstudie.

Summary: As part of an Austrian follow-up study, quantitative data on the current working and living situation of young people with intellectual disabilities (ID) was gathered five years after graduation from compulsory school through a parent survey. Based on this data two typical transition pathways were identified: (1) transition to the job market using the support measure of work assistance, usually preceded by career orientation measures (clearing, youth coaching); or (2) direct or indirect transition to the so-called protected labor market (sheltered workshops, occupational therapies) through support measures of the transitional system. The survey also reveals that a relatively large proportion of young people with ID remain at home. Albeit not representative, the results furthermore demonstrate how the category of disability is stronger in structuring post-school (professional) life than the category of gender. The paper argues for linking a longitudinal with an intersectional perspective and presents main results of the study.

Keywords: Inclusive education and transition research, school – work, people with intellectual disabilities, intersectionality, life course approach

Deutsch Abstract (dt.) | PDF Volltext



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