Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete (VHN)

Herausgeber: Hartmann, Erich / Herz, Birgit / Kuhl, Jan

1. Auflage Heft 3, 2014.

€ [D] 28,00 / € [A] 28,00

DOI: 10.2378/vhn2014.art20d
Manfred Hintermair, Vera Heyl, Frauke Janz:
Exekutive Funktionen und sozial-emotionale Auffälligkeiten bei Kindern mit verschiedenen Formen von Behinderung
Executive Functioning, Communicative Competence, and Behaviour Disorders in Students with Different Types of Impairment

2014, 232-245

Zusammenfassung: In der vorliegenden Studie werden sozial-emotionale Auffälligkeiten von Kindern mit einer Hörschädigung, einer Sehschädigung oder einer geistigen Behinderung im Schulalter im Zusammenhang mit möglichen Problemen in der Entwicklung exekutiver Funktionen sowie der kommunikativen Kompetenz diskutiert. Eine Stichprobe von 700 Schülerinnen und Schülern, von denen 436 an Schulen mit dem Förderschwerpunkt Hören, Sehen oder geistige Entwicklung und 264 an allgemeinen Schulen unterrichtet werden, wurde von ihren Lehrkräften mit einer deutschen Version des „Behavior Rating Inventory of Executive Functions (BRIEF-D)“, einer Skala zur Beurteilung der kommunikativen Kompetenz sowie dem „Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ-D)“ eingeschätzt. Die Ergebnisse zeigen eine deutlich erhöhte Rate an Auffälligkeiten in allen Skalen des BRIEF. Ein Vergleich aller Schülerinnen und Schüler zeigt, dass sich die drei Gruppen behinderter Kinder in Bezug auf ihre exekutiven Funktionen signifikant voneinander unterscheiden und dass die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an allgemeinen Schulen über bessere exekutive Kompetenzen verfügen als die Kinder an Sonderschulen. Eine Regressionsanalyse macht den Zusammenhang von exekutiven Funktionen und kommunikativer Kompetenz mit sozial-emotionalen Auffälligkeiten deutlich, wobei hier insbesondere die verhaltensregulierenden exekutiven Funktionen bedeutsam sind. Die Ergebnisse werden hinsichtlich ihres Stellenwerts für die pädagogische Praxis diskutiert, wobei insbesondere der Blick auf die Konsequenzen für eine inklusive Beschulung relevant erscheint. Eine frühe gezielte Förderung von Kompetenzen wie der Selbstwirksamkeit und Selbstkontrolle in kommunikativen Settings wird empfohlen.

Keywords: Behinderte Kinder, Exekutive Funktionen, kommunikative Kompetenzen, Verhaltensauffälligkeiten, Inklusion

Zusammenfassung: In der vorliegenden Studie werden sozial-emotionale Auffälligkeiten von Kindern mit einer Hörschädigung, einer Sehschädigung oder einer geistigen Behinderung im Schulalter im Zusammenhang mit möglichen Problemen in der Entwicklung exekutiver Funktionen sowie der kommunikativen Kompetenz diskutiert. Eine Stichprobe von 700 Schülerinnen und Schülern, von denen 436 an Schulen mit dem Förderschwerpunkt Hören, Sehen oder geistige Entwicklung und 264 an allgemeinen Schulen unterrichtet werden, wurde von ihren Lehrkräften mit einer deutschen Version des „Behavior Rating Inventory of Executive Functions (BRIEF-D)“, einer Skala zur Beurteilung der kommunikativen Kompetenz sowie dem „Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ-D)“ eingeschätzt. Die Ergebnisse zeigen eine deutlich erhöhte Rate an Auffälligkeiten in allen Skalen des BRIEF. Ein Vergleich aller Schülerinnen und Schüler zeigt, dass sich die drei Gruppen behinderter Kinder in Bezug auf ihre exekutiven Funktionen signifikant voneinander unterscheiden und dass die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an allgemeinen Schulen über bessere exekutive Kompetenzen verfügen als die Kinder an Sonderschulen. Eine Regressionsanalyse macht den Zusammenhang von exekutiven Funktionen und kommunikativer Kompetenz mit sozial-emotionalen Auffälligkeiten deutlich, wobei hier insbesondere die verhaltensregulierenden exekutiven Funktionen bedeutsam sind. Die Ergebnisse werden hinsichtlich ihres Stellenwerts für die pädagogische Praxis diskutiert, wobei insbesondere der Blick auf die Konsequenzen für eine inklusive Beschulung relevant erscheint. Eine frühe gezielte Förderung von Kompetenzen wie der Selbstwirksamkeit und Selbstkontrolle in kommunikativen Settings wird empfohlen.

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