Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete (VHN)

Herausgeber: Hartmann, Erich / Herz, Birgit / Kuhl, Jan

1. Auflage Heft 3, 2008.

€ [D] 28,00 / € [A] 28,00

Sabina Sennhauser:
"Krankheiten verhüten heißt Krankheiten heilen" Psychiatrisch materialistischer Monismus kontra heilpädagogischen (religiösen) Dualismus in der Schweiz (Zürich 1880-1930)
"To Prevent Illnesses Means to Cure Illnesses" Psychiatric Materialistic Monism vs. Special Educational (Religious) Dualism in Switzerland (Zurich 1880?-930)

2008, 198-211

Das eugenische Gedankengut von August Forel und Eugen Bleuler - Direktoren der Irrenheilanstalt "Burghölzli" in Zürich zwischen 1879 und 1927 - fußte auf einem materialistischen Monismus. Im Gegensatz zum Dualismus führt der Monismus Seelisches auf Körperliches zurück bzw. klammert es ganz aus - also auch die Würde und Autonomie des Menschen. Dies hatte zur Konsequenz, dass die Psychiater aufgrund ihrer Erkenntnis Menschen nach ihren Anlagen, bzw. auf der Basis ihres Phänotyps subjektiv bewerteten und bei den als "schlecht beanlagten" Menschen an den Idiotenkonferenzen eugenische Maßnahmen diskutierten und im "Burghölzli" auch anordneten. Demgegenüber stand Heinrich Hanselmann für eine menschenwürdige, dualistisch-religiös geprägte nachgehende Fürsorge ein.

Keywords: Eugenik, Geistige Behinderung, Psychiatrie, Monismus, Dualismus

Das eugenische Gedankengut von August Forel und Eugen Bleuler - Direktoren der Irrenheilanstalt "Burghölzli" in Zürich zwischen 1879 und 1927 - fußte auf einem materialistischen Monismus. Im Gegensatz zum Dualismus führt der Monismus Seelisches auf Körperliches zurück bzw. klammert es ganz aus - also auch die Würde und Autonomie des Menschen. Dies hatte zur Konsequenz, dass die Psychiater aufgrund ihrer Erkenntnis Menschen nach ihren Anlagen, bzw. auf der Basis ihres Phänotyps subjektiv bewerteten und bei den als "schlecht beanlagten" Menschen an den Idiotenkonferenzen eugenische Maßnahmen diskutierten und im "Burghölzli" auch anordneten. Demgegenüber stand Heinrich Hanselmann für eine menschenwürdige, dualistisch-religiös geprägte nachgehende Fürsorge ein.

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