Gabriele Haug-Schnabel

Enuresis (PDF-E-Book)

Diagnose, Beratung und Behandlung bei kindlichem Einnässen

Mit einem Vorwort von Bernhard Hassenstein und Peter Riedesser

1. Auflage 1994. 212 Seiten. 13 Abb. 20 Tab.

(978-3-497-60056-4) E-Book
Preis E-Book: € [D] 18.99
(alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt.)

Kurztext

Einnässen ist nicht gleich Einnässen. Wenn ein Kind nach dem vierten Lebensjahr immer noch oder erneut seine Blase unkontrolliert am Tag oder in der Nacht entleert, so kann dies zwei Gründe haben. Zum einen können organische Ursachen dafür verantwortlich sein. Bei über 90% der Kinder jedoch liegen keine organischen Ursachen zugrunde - ihr Einnässen ist kein Problem der Blase. Alle "blasenorientierten" Behandlungsmaßnahmen wie Wecken, Flüssigkeitseinschränkung u.ä. scheitern deshalb bei diesen Kindern. Es geht darum, das Einnässen als Symptom zu verstehen für Schwierigkeiten, die diese Kinder auf ganz anderen Gebieten haben können. Es können z. B. Schulprobleme, Geschwisterrivalitäten, Mangel an Zuwendung oder viele andere Ursachen zugrunde liegen, die es herauszufinden und zu beseitigen gilt. Dazu müssen alle Beteiligten umdenken und zusammenarbeiten: die Eltern, die behandelnden Ärzte und Therapeuten und die Pädagogen.

Inhalt

Ätiologie Definition. Altersgrenze. Voraussetzungen für erfolgreiche Blasenkontrolle. Kind, Eltern, Kinderarztpraxis Anamnese

Enuresis-Sprechstunde. Sauberkeitserziehung. Behandlungsgeschichte. Familiäre Anti-Enuresis-Programme. Flickerlteppich-Information. Symptomverlauf. "Soziale Situation" bei Enuresis

Diagnose

Überblick über Blasenfunktionsstörungen: Miktionsanamnese. Einnäßzeitpunkt. Uroflowmetrie und sonographische Restharnbestimmung, "Theoretische Mindest-Miktionszeit" Nachtnässende und tagnässende Kinder, Symptomverlauf, Spieleifernässen und Konfliktnässen

Das Verhalten der "Zuschauer" beim Einnässen

Der Begriff "sozialer Kummer" in der Diagnose Therapie

Behandlungsschwerpunkte: geringe Blasenkapazität, Detrusorhyperaktivität, unvollständige Blasenentleerung, Harnwegsinfekt, Funktionsschwacher Schließmuskel, Fehlerhaftes Sekretionsmuster des antidiuretischen Hormons, fehlende Weckwirkung des Harndrangsignals, pathologisches Schlafprofil, schwere Weckbarkeit, labile Psyche

Maßnahmen in der Diskussion: Blasentraining, Medikamente, Flüssigkeitskontrolle, Wecken, Kur, Konditionierungsbehandlung

Entstehungsgeschichte der Störung

Biokybernetisches Modell zur Harnabgabe. "Überlauf-These". "Harndrang-Signal-These". "Reflex-These". Neue These "Enuresis als Modifikation biologisch sinnvoller Verhaltensabläufe durch ungünstige Umweltbedingungen". Evolutionäre Vorgeschichte

Konsequenzen für Beratung und Behandlung

Trennung zwischen Inkontinenz und Enuresis. Ausbruch aus der Therapietradition. Konsequenzen für Eltern und Erzieher

Autoreninformation

Dr. rer. nat. Gabriele Haug-Schnabel, Mutter zweier Kinder, Verhaltensbiologin, nach interdisziplinärer Habilitation (Biologie, Medizin, Psychologie) Privatdozentin an der Philosophischen Fakultät (Bereich Psychologie) der Universität Freiburg, Beteiligung an mehreren interdisziplinären Forschungsprojekten, Gesellschafterin der selbständigen Forschungsgruppe Verhaltensbiologie des Menschen, Autorin von Rundfunksendungen, mehrerer Fachbücher zum kindlichen Verhalten, Referentin in Aus- und Fortbildungseinrichtungen für Erzieher, Pädiater, Kinder- und Jugendpsychiater, klinische Verhaltenstherapeuten und Sozialpädagogen. Frau Haug-Schnabel bietet in Kandern eine Spezialberatung für Eltern mit Fragen zur Entwicklung und Erziehung ihrer Kinder an.