Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V., (ISS) (Hrsg.)

Vernachlässigte Kinder besser schützen

Sozialpädagogisches Handeln bei Kindeswohlgefährdung

Mit einer Einleitung von Dieter Kreft und Hans-Georg Weigel sowie Beiträgen von Christoph Hoppensack, Joachim Merchel, Thomas Meysen, Christian Schrapper

2., überarb. u. ergänzte Auflage 2012. 188 Seiten. 7 Abb. 7 Tab.

(ISBN 978-3-497-02327-1) kt
€ [D] 19,90 / € [A] 20,50
(alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt.)

Kurztext

Wenn Kinder schwer misshandelt werden oder wegen grober Vernachlässigung sogar sterben, sind wir schockiert und fragen: Wie hätte dieses Kind gerettet werden können? Was muss in der sozialen Praxis der Jugendämter beachtet werden, damit das Wohl eines Kindes geschützt wird? Die unterschiedlichen Aspekte dieses Handelns untersuchen ausgewiesene Experten in diesem Lehrbuch und klären über den rechtlichen Rahmen auf, zeichnen ein fachliches Profil und skizzieren die notwendige Organisationsstruktur bei Kriseninterventionen. In einem Exkurs wird der skandalöse Fall von Kevin aus Bremen nachvollzogen. Ein handlungsorientiertes Lehrbuch zu den Regeln der Kunst bei Kriseninterventionen - damit vernachlässigte Kinder in Zukunft frühzeitig Hilfe bekommen.

Die 2. Auflage wurde überarbeitet, insbesondere wurden dabei die Regelungen des im Januar 2012 in Kraft getretenen Bundeskinderschutzgesetzes berücksichtigt.

Inhalt

Einleitung
von Hans-Georg Weigel und Dieter Kreft

I Das Recht zum Schutz von Kindern
von Thomas Meysen

1 Elternrecht und staatliches Wächteramt: Eine Aufforderung an den Gesetzgeber
1.1 Verfassungsrechtliche Vorgaben
1.2 Staatliches Wächteramt, das SBG VIII und das BGB

2 Kindeswohl zwischen Entwicklungsförderung und Gefährdung

3 Schutzauftrag der Kinder- und Jugendhilfe bei Kindeswohlgefährdung (§8a SGB VIII)
3.1 Gewichtige Anhaltspunkte für eine Gefährdung als Aktivierung des Schutzauftrags
3.2 Gefährdungseinschätzung
3.3 Einbeziehung von Stellen außerhalb der Kinder- und Jugendhilfe
3.4 Mitteilung an das Jugendamt durch die Einrichtung oder den Dienst
3.5 Anrufung des Familiengerichts und Inobhutnahme
3.6 Grundzüge des Datenschutzes im Kinderschutz

4 Familiengerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls (§1666 BGB)

5 Kooperation im Kinderschutz
5.1 Mit der Gesundheitshilfe: §8a SGB VIII als Modell
5.2 Mit der Schule: Ein Anfang
5.3 Mit der Polizei: Abgrenzung und Zusammenarbeit
5.4 Vernetzte Kooperation zum Schutz von Kindern chronisch kranker Eltern

6 Haftung und strafrechtliche Verantwortung
6.1 Geteilte Verantwortlichkeiten und Verantwortung
6.2 Strafrechtliche Verantwortung
6.3 Zivilrechtliche Haftung sowie arbeits- und beamtenrechtliche Konsequenzen

7 Rechtsentwicklung: Ein Ausblick

II Kinder vor Gefahren für ihr Wohl schützen -- Methodische Überlegungen zur Kinderschutzarbeit sozialpädagogischer Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe
von Christian Schrapper

1 Gefahren für das Wohl des Kindes

2 Möglichkeiten des Kinderschutzes

3 Verfahren und Instrumente für sozialpädagogische Fachkräfte zu Gefahrenerkennung und -abwehr

4 Sozialpädagogische Intervention in akuten Gefährdungs- und Krisensituationen und ihre methodische Gestaltung

III Kinderschutz: Anforderungen an die Organisationsgestaltung im Jugendamt
von Joachim Merchel

1 Effektiver Kinderschutz -- Mehr als nur das Ergebnis individuellen kompetenten Handelns

2 Wie hinderliche Organisationsbedingungen einen effektiven Kinderschutz im Jugendamt erschweren können

3 Organisationsbezogene Anforderungen zur Realisierung eines „guten Kinderschutzes“ im Jugendamt
3.1 Handlungsprogramme
3.2 Gefahr von Routinen

4 Organisationskultur und Kinderschutz im Jugendamt als Teil einer lernfähigen Organisation
4.1 Organisationskultur
4.2 Lernfähige Organisation
4.3 Lernförderliche Organisationskultur

5 Reflexive Organisationskultur im Jugendamt: Eine günstige Voraussetzung für effektiven Kinderschutz
5.1 Lernorientiertes Fehlermanagement im ASD
5.2 Strukturierte Qualitätsentwicklung und Evaluation im ASD
5.3 Zur Bedeutung von Leitung bei der Herausbildung einer reflexiven Organisationskultur im Jugendamt

6 Vereinbarungen zum Kinderschutz mit Trägern von Einrichtungen und Diensten

7 Zusammenfassung: Effektiver Kinderschutz als Zusammenspiel von individueller Kompetenz und Organisationsgestaltung

IV Kevins Tod -- Ein Fallbeispiel für missratene Kindeswohlsicherung
von Christoph Hoppensack

1 Die Organisation der Jugendhilfe in Bremen

2 Kevin und seine Eltern

3 Chronologie einer versäumten Sicherung von Kindeswohl

4 Warum Kevin nicht zu seinem Wohl gekommen ist, und was man daraus lernen muss
4.1 Der Casemanager
4.2 Der Amtsvormund
4.3 Die Fachaufsicht
4.4 Erziehungshilfe als verantwortungsentlastende Arbeitsteilung
4.5 Kindeswohl versus Geld

Literatur

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Autoreninformation

Herausgeber ist das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. (ISS)

Mit Beiträgen von
Dr. jur. Thomas Meysen, Fachlicher Leiter des Deutschen Instituts für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF) in Heidelberg; Prof. Dr. Christian Schrapper, Universität Konstanz-Landau; Prof. Dr. Joachim Merchel, Fachhochschule Münster; Dr. jur. Hans-Christoph Hoppensack, Staatsrat a.D. aus Bremen

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