Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete (VHN)

Herausgeber: Hartmann, Erich / Herz, Birgit / Kuhl, Jan

1. Auflage Heft 4, 2007.

€ [D] 28,00 / € [A] 28,00

Franziska Hänsenberger-Aebi:
Sehr kleine Frühgeborene
Low Birth Weight Premature Infants

2007, 285-293

Für die kindliche Entwicklung stellt extreme Frühgeburtlichkeit trotz aller medizinischen Fortschritte ein hohes Risiko dar. Etliche überlebende sehr kleine Frühgeborene weisen denn auch Behinderungen auf. Gerade bei organischer Risikobelastung wird immer wieder auf die kompensatorische Wirkung gelingender Mutter-Kind-Interaktionen hingewiesen. Obschon Studienergebnisse das oft auffällige Interaktionsverhalten zwischen Müttern und ihren sehr kleinen Frühgeborenen belegen, erfolgt der Kontakt zwischen Frühgeborenem und Heilpädagogischer Früherziehung häufig erst, wenn Störungen bereits manifest geworden sind.

Auch die Heilpädagogische Früherziehung betont seit geraumer Zeit die Bedeutung der Interaktion für ihre Arbeit. Weil aber Wissensgrundlagen zum frühesten Interaktionsverhalten von sehr kleinen Frühgeborenen fehlen, ist eine interaktionsfokussierte Begleitung hier schwer anzubieten. Vor diesem Hintergrund wurden im Rahmen einer Einzelfallstudie Interaktionen zwischen einer Mutter und ihrem sehr kleinen Frühgeborenen zum frühest möglichen Zeitpunkt, also bereits im klinischen Umfeld und während des ersten Monats nach der Entlassung des Kindes aus dem Spital, beobachtet und analysiert.

Summary: Despite all medical progress, an extreme premature birth constitutes a high risk for the child’s development. Thus a good number of surviving low birth weight premature infants are disabled. For children at risk for somatic impairments, successful mother-child-interactions may have compen­satory effects. But despite the results of various studies that give evidence of disturbed interactive behaviour patterns between mothers and their small premature infants, early special intervention is only implemented after problems and disorders have become evident. Early intervention focuses more and more on interaction as an important component of its activities. However it is difficult to offer an interaction focused support for mothers with premature infants, as there is still a lack of basic knowledge on the earliest interaction behaviour of low birth weight premature infants. Against this background, the author observed and analysed the interactions between a mother and her very small premature infant at the earliest possible moment, i. e. shortly after birth at the clinic and during the first month after the child has been discharged from the hospital.

Keywords: Early intervention, low birth weight premature infants, developmental problems, mother-child-interaction

Deutsch Abstract (dt.) | PDF Volltext



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