Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 3, 2007.

€ [D] 55,00 / € [A] 55,00

Markus Gerber, Uwe Pühse:
Psychosomatische Beschwerden und psychischesWohlbefinden - Eine Untersuchung bei Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II
Psychosomatic Complaints and PsychologicalWell-Being among High-School Students

2007, 223-235

Jugendliche gelten generell als eine relativ gesunde Personengruppe. Dies verleitet allerdings dazu, bei Adoleszenten über potenzielle Gesundheitsrisiken hinwegzusehen. Betrachtet man jedoch die psychosomatische Komponente der Gesundheit, so fällt auf, dass Jugendliche keineswegs beschwerdefrei sind. Die Resultate der vorliegenden Querschnittsstudie mit 1183 Schülerinnen und Schülern aus der Schweiz verdeutlichen, dass vor allem Erschöpfungsgefühle häufig auftreten. Insgesamt berichten Mädchen in fast allen untersuchten Bereichen höhere Belastungen als männliche Jugendliche. Auch der Schultypus hat einen signifikanten Einfluss. Die Befunde zeigen zudem, dass die einzelnen Beschwerdekomplexe miteinander korreliert sind und sich deshalb am besten mit einem allgemeinen Index darstellen lassen. Im Weiteren stehen psychosomatische Beeinträchtigungen in einer engen Beziehung zum psychischen Wohlbefinden. Unabhängig vom Geschlecht gehen Körperbeschwerden mit einem herabgesetzten psychischen Wohlbefinden einher, wobei der Zusammenhang bei Mädchen etwas höher ausfällt. Aufbauend auf den Studienbefunden erfolgt eine Diskussion schulpraktischer Konsequenzen.

Summary: Adolescents seem to be quite healthy. As a consequence, people often tend to overlook potential health risks during this period of life. Considering the psychosomatic component of health, research provides evidence that youth is not completely free of psychophysical problems. Along the same lines, the results of this cross-sectional study with 1183 Swiss students show that particularly feelings of exhaustion are quite common. Generally, girls report more problems in nearly all subscales. The findings further illustrate that all complaint dimensions are intimately related. Thus, psychosomatic complaints are best represented by a general index, which is significantly correlated with psychological health. More specifically, psychosomatic problems coincide with a reduced psychological well-being among both boys and girls. However, the relationship is stronger among female adolescents. Founding on the studys findings, practical implications are discussed.

Keywords: Psychosomatic complaints, life satisfaction, anxiety, anger, depression, resource loss

Deutsch Abstract (dt.) | PDF Volltext



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