Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 2, 2007.

€ [D] 55,00 / € [A] 55,00

Barbara Geserick, Gottfried Spangler:
Der Einfluss früher Bindungserfahrungen und aktueller mütterlicher Unterstützung auf das Verhalten von sechsjährigen Kindern in einer kognitiven Anforderungssituation
The Influence of Early Attachment Experiences and Concurrent Maternal Support on Task- Oriented Behavior of Six-Year-Olds during Cognitive a Cognitively Challenging Situation

2007, 86-102

Gelangen Kinder bei kognitiven Aufgaben an die Grenze ihrer Fähigkeiten, spielen sozial-emotionale Regulationsstrategien eine Rolle. In der Studie wurde untersucht, inwieweit aktuelle mütterliche Unterstützung und frühe Bindungsqualität die emotionale Regulationsfähigkeit in kognitiven Anforderungssituationen beeinflusst. 91 Kinder der Regensburger Längsschnittstudie IV, bei denen mit 12 Monaten die Qualität der Mutter-Kind-Bindung erfasst wurde, wurden mit 6 Jahren in einer kognitiven Anforderungssituation mit der Mutter beobachtet. Aufseiten des Kindes wurden während der Aufgabenbearbeitung Strukturiertes Handeln, Nutzung sozialer Ressourcen und Kontakt zur Mutter erfasst. Das mütterliche Verhalten wurde in Bezug auf emotionale und instrumentelle Unterstützung ausgewertet. Zur Kontrolle kognitiver Fähigkeiten wurde der im Alter von 7 Jahren erhobene Intelligenzquotient einbezogen. Das kindliche Verhalten, insbesondere die Nutzung sozialer Ressourcen, konnte auch nach Kontrolle von Intelligenzunterschieden sowohl durch die aktuelle Unterstützung als auch die frühe Bindungsqualität vorhergesagt werden. Dabei ergaben sich spezifische Zusammenhänge in Abhängigkeit von der gegebenen Bindungssicherheit. Bei sicher gebundenen Kindern führte mütterliche Unterstützung zu einer besseren Nutzung sozialer Ressourcen, d. h. sie profitierten im kognitiven Bereich, da sie Hilfe zum Erreichen des Aufgabenziels umsetzen konnten.Dagegen beschränkte sich die Regulation bei unsicher gebundenen Kindern auf den emotionalen Bereich.

Summary: Social-emotional regulation in children may be important during cognitive tasks when the cognitive resources are exhausted. The study investigated to what extent concurrent maternal support and early attachment experiences affect the ability for emotional regulation during cognitive challenge. Ninety-one children of the Regensburg Longitudinal Sample IV, for which quality of mother-infant-attachment was assessed at 12 months, were observed in a cognitive challenging situation with the mother at six years. Child behaviour during task-solving was assessed in terms of structured activity, use of social ressources and proximity to mother, while the mothers were rated with respect to emotional and instrumental support. In addition, the children’s IQ assessed at seven years was included to control for cognitive competence. The children’s behaviour, in particular the use of social resources was predicted by both maternal support and quality of early attachment, even after controlling for intelligence. Relations between maternal support and child task behaviour depended on attachment security. In childrenwith a secure attachment history, highmaternal support was associated with increased use of social ressources, i. e. the children seeked help maintaining the aim of the task. In contrast, in subjects with an insecure early attachment, regulation by the mother was restricted to the emotional domain.

Keywords: Attachment, maternal support, coping, cognitive challenge

Deutsch Abstract (dt.) | PDF Volltext



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