Frühförderung interdisziplinär

Zeitschrift für Frühe Hilfen und frühe Förderung benachteiligter, entwicklungsauffälliger und behinderter Kinder

Herausgeber: Speck, Otto / Hollmann, Helmut / Peterander, Franz / Simoni, Heidi / Walthes, Renate

1. Auflage Heft 1, 2006.

€ [D] 28,00 / € [A] 28,00

Ursula Pauli-Pott, Annette Schneider:
Frühe Kommunikation in der Mutter-Kind-Interaktion und Entwicklungsverläufe im Säuglings- und Kleinkindalter
Early Communication within Mother-Infant Interaction and Development in Infancy and Early Childhood

2006, 26-36

Merkmale der frühen Mutter-Kind-Interaktion sind mit Prozessen der sozialen Anpassungsentwicklung und der mentalen Reifeentwicklung verbunden. Dies hat sich in verschiedenen Forschungsarbeiten gezeigt. In unserer Längsschnittstudie gehen wir der Frage nach, ob und wie Temperamentsmerkmale des Kindes diese Zusammenhänge beeinflussen könnten. Im vorliegenden Artikel geben wir einen Überblick über einige Ergebnisse dieser Studie. Deutlich wurde, dass eine geringe mütterliche Reaktivität/Feinfühligkeit, erhöhte Depressivität, Partnerschaftskonflikte und unsichere Bindungsbeziehungen mit der Entwicklung erhöhter Ängstlichkeit oder der Entwicklung von Verhaltensproblemen assoziiert sind. Bei genauerer Betrachtung allerdings waren viele dieser Zusammenhänge bei Säuglingen mit einer hohen negativen Emotionalität sehr viel deutlicher ausgeprägt als bei Säuglingen mit einer geringen negativen Emotionalität. Dies spricht für eine besondere Empfindlichkeit dieser Kinder für ungünstige Umwelteinflüsse. Es wird daher dafür plädiert, das kindliche Temperament bei der Durchführung von Fördermaßnahmen zu berücksichtigen.

Keywords: Mutter-Kind-Interaktion, frühe Kommunikation, Temperament, Geschlechtsunterschiede

Merkmale der frühen Mutter-Kind-Interaktion sind mit Prozessen der sozialen Anpassungsentwicklung und der mentalen Reifeentwicklung verbunden. Dies hat sich in verschiedenen Forschungsarbeiten gezeigt. In unserer Längsschnittstudie gehen wir der Frage nach, ob und wie Temperamentsmerkmale des Kindes diese Zusammenhänge beeinflussen könnten. Im vorliegenden Artikel geben wir einen Überblick über einige Ergebnisse dieser Studie. Deutlich wurde, dass eine geringe mütterliche Reaktivität/Feinfühligkeit, erhöhte Depressivität, Partnerschaftskonflikte und unsichere Bindungsbeziehungen mit der Entwicklung erhöhter Ängstlichkeit oder der Entwicklung von Verhaltensproblemen assoziiert sind. Bei genauerer Betrachtung allerdings waren viele dieser Zusammenhänge bei Säuglingen mit einer hohen negativen Emotionalität sehr viel deutlicher ausgeprägt als bei Säuglingen mit einer geringen negativen Emotionalität. Dies spricht für eine besondere Empfindlichkeit dieser Kinder für ungünstige Umwelteinflüsse. Es wird daher dafür plädiert, das kindliche Temperament bei der Durchführung von Fördermaßnahmen zu berücksichtigen.

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