Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 3, 2018.

€ [D] 55,00 / € [A] 55,00

DOI: 10.2378/peu2018.art10d
Daniela Mayer, Kathrin Beckh:
Empirische Arbeit: Feinfühligkeit und Erzieherin-Kind-Beziehungen
Sensitivity and Teacher-Child Relationships

2018, 183-193

Daten der Nationalen Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit (NUBBEK) wurden analysiert, um zu untersuchen, welche Faktoren die Qualität von Erzieherin-Kind-Beziehungen in Kindertageseinrichtungen beeinflussen. Von 553 zweijährigen und 706 vierjährigen Kindern lagen Einschätzungen der Erzieherin-Kind-Beziehung und der Mutter-Kind-Beziehung, Beobachtungen der Feinfühligkeit der Erzieherin und der Mutter sowie Einschätzungen des kindlichen Problemverhaltens vor. Unter Kontrolle von familiären Faktoren zeigten sich signifikante Effekte von Geschlecht und Migrationshintergrund des Kindes auf die Erzieherin-Kind-Beziehung dahingehend, dass die Erzieherinnen die Qualität der Beziehungen zu Mädchen und Kindern ohne Migrationshintergrund höher einstuften. Darüber hinaus bestand ein signifikanter Effekt der Qualität der Mutter-Kind-Beziehung auf die Qualität der Erzieherin-Kind-Beziehung. Der Einfluss der Mutter-Kind-Beziehung ließ sich über das Problemverhalten der Kinder erklären. Schließlich hatte die Feinfühligkeit der Erzieherin einen signifikanten Einfluss auf die Qualität der Beziehung zum Kind. Implikationen der Ergebnisse für die Forschung und frühpädagogische Praxis werden diskutiert.

Keywords: Feinfühligkeit, Erzieherin-Kind-Beziehungen, Mutter-Kind-Beziehungen, Problemverhalten, Geschlecht, Migrationshintergrund

Daten der Nationalen Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit (NUBBEK) wurden analysiert, um zu untersuchen, welche Faktoren die Qualität von Erzieherin-Kind-Beziehungen in Kindertageseinrichtungen beeinflussen. Von 553 zweijährigen und 706 vierjährigen Kindern lagen Einschätzungen der Erzieherin-Kind-Beziehung und der Mutter-Kind-Beziehung, Beobachtungen der Feinfühligkeit der Erzieherin und der Mutter sowie Einschätzungen des kindlichen Problemverhaltens vor. Unter Kontrolle von familiären Faktoren zeigten sich signifikante Effekte von Geschlecht und Migrationshintergrund des Kindes auf die Erzieherin-Kind-Beziehung dahingehend, dass die Erzieherinnen die Qualität der Beziehungen zu Mädchen und Kindern ohne Migrationshintergrund höher einstuften. Darüber hinaus bestand ein signifikanter Effekt der Qualität der Mutter-Kind-Beziehung auf die Qualität der Erzieherin-Kind-Beziehung. Der Einfluss der Mutter-Kind-Beziehung ließ sich über das Problemverhalten der Kinder erklären. Schließlich hatte die Feinfühligkeit der Erzieherin einen signifikanten Einfluss auf die Qualität der Beziehung zum Kind. Implikationen der Ergebnisse für die Forschung und frühpädagogische Praxis werden diskutiert.

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