Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete (VHN)

Herausgeber: Hartmann, Erich / Herz, Birgit / Kuhl, Jan

1. Auflage Heft 1, 2018.

€ [D] 28,00 / € [A] 28,00

DOI: 10.2378/vhn2018.art01d
Manfred Grohnfeldt:
Das Provokative Essay: Sprachheilschulen und Inklusion in der Schweiz
Schools for Children with Communication Impairments and Inclusion in Switzerland

2018, 1-9

Es ist zu erwarten, dass es auch in der Schweiz vor dem Hintergrund der UN-Behindertenrechtskonvention zu nachhaltigen Veränderungen des Sprachheilwesens kommen wird. Auf der Grundlage des Selbstverständnisses von Sprachheilschulen werden Merkmale des zugrunde liegenden Menschenbildes von Inklusion aufgezeigt und im Hinblick auf Möglichkeiten der institutionellen Weiterentwicklung analysiert. Dabei zeigt sich, dass Inklusion nicht administrativ verordnet werden kann, sondern als ein längerfristiger Prozess anzusehen ist, der an bestimmte Voraussetzungen im organisatorischen, finanziellen und fachlichen Bereich gebunden ist. Als grundlegender Schritt wird die Weiterentwicklung von Sprachheilschulen zu Sprachheilpädagogischen Zentren genannt, die in enger Zusammenarbeit mit Regelschulen die Koordination in einem sich erweiternden sprachheilpädagogischen System im inklusiven Kontext übernehmen. Dadurch sollen Bedingungen geschaffen werden, um den Anteil von inklusiv beschulten Kindern mit schwerwiegenden Sprachstörungen weiter zu erhöhen. Inklusion kann dabei nur als gemeinsame Aufgabe der beteiligten Fachdisziplinen bei einer Kooperation von Sprachheilschulen und Regelschulen unter Mitwirkung der Erziehungsdirektionen und der betreffenden Hochschulen gelingen.

Summary: Due to the UN Convention on the Rights of Persons with Disabilities changes in the delivery of speech language pathology services are to be expected. Based on the self-conception of schools for children with communication disorders, some characteristics of the concept of inclusion are presented and analysed in view of future institutional development. Inclusion is the result of an ongoing process tied to organisational, financial, and technical conditions, rather than it is prescribed administratively. A fundamental step in this process is transformation of the schools for children with communication impairments into speech and language competence centres, which take over the coordination in an enlarging system of speech-language pathology services in the context of inclusion by cooperating with regular schools. Thus, the percentage of children with severe communication disorders in inclusive settings shall be increased. Only if all the parties involved cooperate – the regular schools, the special schools, the education authorities, and the universities – inclusion can be successful.

Keywords: Speech-language pathology, special schools for children with communication disorders, speech and language therapy centre, inclusion

Deutsch Abstract (dt.) | PDF Volltext



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