Psychologie in Erziehung und Unterricht

Zeitschrift für Forschung und Praxis

Herausgeber: Köller, Olaf / Lewalter, Doris / Saalbach, Henrik / Walper, Sabine

1. Auflage Heft 2, 2009.

€ [D] 55,00 / € [A] 55,00

Brigitte Rollett, Harald Werneck, Barbara Hanfstingl:
Elterliche Partnerschaftsqualität und die Entwicklung der Neigung zum Neurotizismus bei den Kindern: Ergebnisse eines Längsschnittsprojekts
Parental Partnership Quality and Children’s Tendencies to Develop Neuroticism: Results of a Longitudinal Study

2009, 85-94

Neurotizismus bildet nach Costa und McCrae eine generelle Vulnerabilitäts-neigung ab. Um die Beziehung zwischen elterlicher Partnerschaftsqualität und die Neurotizimusneigung im Alter von elf Jahren zu untersuchen, wurden die Daten der FIL-Studie (Familien-entwicklung Im Lebenslauf) herangezogen. An der Studie nahmen ursprünglich 175 Familien teil (Untersuchungswellen: t1 und t2 3 Monate vor und 3 Monate nach der Geburt, t3 mit 3, t4 mit 8, t5 mit 11 Jahren). Pfadanalytische Auswertungen, die mit Hilfe des LVPLS nach Wold und Lohmöller durchgeführt wurden, zeigten, dass eine negative Bindung des Kindes an die Eltern zu t4 eine Tendenz zum Neurotizismus zu t5 vorhersagt, während im Alter von 11 Jahren im Gegensatz dazu vor allem problematische Persönlichkeitsfaktoren für eine Neurotizimusneigung verantwortlich sind. Zu allen Untersuchungszeitpunkten stellte die Partnerschaftsqualität einen stabilen Faktor dar. Vermittelt über die Bindungsqualität wirkt sich eine negative elterliche Partnerschaft zu t4 ungünstig auf die Neurotizismusentwicklung aus. Diese Resultate können als Hinweis auf eine zunehmende Konsolidierung der kindlichen Persönlichkeit interpretiert werden, wobei dieser -Prozess mit einer beginnenden Ablösung von den Eltern bzw. einer Abnahme ihres Einflusses auf das Kind verbunden ist.

Summary: Neuroticism is defined by Costa and McCrae as a general marker of vulnerability. To investigate the interplay of parental partnership quality and the development of neuroticism at age eleven, we reanalyzed the data of the FIL-study (Family development In the course of Life) originally including 175 families (waves: t1: pregnancy, t2: child’s age 3 months, t3: 3 years, t4: 8 years, t5: 11 years). Path-analytic modelling using Wold’s and Lohmöller’s LVPLS showed that at t4 negative features of the child’s attachment to the parents predominantly predict neuroticism at t5, while at age eleven problematic personality characteristics are the most important factor linked to neuroticism. Negative parental partnership quality proved to be a very stable factor at all time points, influencing the emergence of neuroticism at t5 via attachment quality at t4. This can be interpreted as an ongoing process of consolidation the child’s personality, accompanied by a loosening of the child’s ties to the parents and a lessening of parental influence.

Keywords: Quality of parental partnership, neuroticism

Deutsch Abstract (dt.) | PDF Volltext



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